Stillprobleme

Zu wenig Muttermilch

Viele Mütter befürchten unnötigerweise, zu wenig Milch für ihr Baby zu bilden. Anzeichen für eine genügende Milchbildung sind unter anderem die Gewichtszunahme des Babys, seine Ausscheidung und sein Saugverhalten.

Die Gewichtszunahme pro Woche beträgt:

  • 0 bis 2 Monate: ca. 170 bis 330 Gramm
  • 2 bis 4 Monate: ca. 110 bis 220 Gramm

Das Geburtsgewicht ist innerhalb von 10 Tagen nach der Geburt wieder erreicht.

In den ersten 4 bis 6 Wochen hat das Baby alle 24 Stunden mindestens drei Windeln mit Stuhl, danach kann es bei gestillten Babys Pausen von mehreren Tagen geben. Ausserdem sollte das Baby alle 24 Stunden 5 bis 6 nasse Windeln haben und sein Urin hell sein.

Beim Stillen hat das Baby die Brustwarze mit viel Warzenhof im Mund. Wenn der Milchfluss einsetzt, verlangsamt sich der Saugrhythmus und die Schluckgeräusche sind deutlich hörbar. Nach dem Stillen ist der Mund des Babys feucht und die Brüste fühlen sich weicher an.

Es ist absolut normal, dass sich Ihre Brüste nach einigen Wochen auch zwischen den Stillmahlzeiten nicht mehr voll anfühlen. Dies hat keinen Zusammenhang mit der produzierten Milchmenge, da die Milch in dem Moment gebildet wird, in dem das Baby saugt.

Es kann durchaus sein, dass Ihre Milchmenge für einige Tage knapp wird, z. B. wenn Sie übermüdet sind oder ihr Kind einen Wachstumsschub macht.

Milchmenge steigern

Die Milchbildung kann mit folgenden Massnahmen gefördert werden:

  • Häufigeres Anlegen (alle zwei Stunden mit einer längeren Pause nachts)
  • Häufiger Seitenwechsel (Ping-Pong-Stillen)
  • Ausgedehnter Hautkontakt
  • Genügend Ruhe
  • Entlastung im Haushalt
  • Eine ausgewogene Ernährung 
  • Unterstützende Massnahmen, wie sie in Ihrer Kultur üblich sind

Zusätzlich können Sie die Milchmenge steigern, indem Sie die Milchbildung durch gelegentliches Abpumpen (ca. 5 Minuten) nach dem Stillen stimulieren. Dabei spielt es keine Rolle, wie viel Muttermilch sich nach dem Abpumpen in der Flasche befindet.

Nimmt Ihr Baby nicht genügend an Gewicht zu, kontaktieren Sie möglichst bald eine Fachfrau in Stillfragen, um die Stillsituation zu prüfen.