Zurück in den Job und Weiterstillen?

Kann das Weiterstillen funktionieren oder ist es zu stressig, wenn eine stillende Mutter in ihren Beruf zurückkehrt?

Mitterlweile läuft das Stillen bei Dir und Deinem Baby sehr gut. Ihr habt Euch kennengelernt und versteht einander perfekt, da kommt eine neue Herausforderung auf Euch zu. Du möchtest in Deinen Beruf zurück und Dein Baby wird in dieser Zeit von Deiner Familie, einer Tagesmutter oder in einer Kita betreut.

Ist ein Weiterstillen sinnvoll?

Dein Baby wird die stundenweise Trennung besser bewältigen, wenn es am Nachmittag oder Abend wieder an Deiner Bruste stillen kann. Auch Du wirst Dich wohler fühlen, wenn Du bei all diesen Veränderungen das Stillen aufrecht erhältst und somit eine Konstante für Dich und Dein Baby schaffst. Mach Dir bitte keine Sorgen, ob Dein Baby während der Betreuung durch andere Personen ausreichend Muttermilch zu sich nimmt, denn wenn es zu Beginn auch noch schwierig sein sollte, wird Dein Baby sich mit dieser neuen Situation anfreunden und fehlende Muttermilchmengen beim Stillen an Deiner Brust ausgleichen. Gestillte Babys sind seltener krank und wenn sie einen Infekt erwischen, dann ist der Verlauf meist sanfter und die Krankheitsdauer verkürzt. Das hat den poisitiven Effekt, dass Du seltener im Beruf ausfällst und im Krankheitsfall auch kürzer fehlst. Die Bindung zwischen Dir und Deinem Baby wird durch das Weiterstillen gestärkt, was die Trennung kompensieren lässt.

Wie alt sollte das Baby sein?

Im Idealfall können Mutter und Kind bis zum vollendeten 1. Lebensjahr und darüber hinaus zusammenbleiben. Jedoch ist häufig die Notwendigkeit vorhanden, frühzeitig in den Beruf zurückzukehren und das aus verschiedenen Gründen. Bestenfalls ist Dein Baby zu diesem Zeitpunkt schon älter, als 12 Wochen, denn dann hat sich die Stillbeziehung zwischen Dir und Deinem kleinen Engel schon etabliert.

Wie kannst Du Dich gut vorbereiten?

Du stillst Dein Baby in 24 Stunden ca. 8 bis 12 Mal und wenn Ihr dann getrennt seid, ist es wichtig, die Brust entleeren zu können, um sie zu entlasten, die Milchbildung aufrecht zu erhalten und Muttermilch für Dein Baby zu gewinnen. Dafür solltest Du Dir eine transportable elektrische Milchpumpe mit der Möglichkeit des Doppelpumpens anschaffen. Eine Kühltasche für den Transport der abgepumpten Muttermilch, sowie ausreichend Muttermilchflaschen für das Auffangen und Aufbewahren Deiner Milch. Beginne möglichst weit vor dem Wiedereinstieg in Deinen Beruf mit dem Abpumpen. Optimal wären 3-4 Wochen vorher, 2 bis 3 mal täglich abzupumpen, damit sich Deine Brust an diese neue Form der Entleerung gewöhnen kann. Nutze die Zeiten, in denen Dein Baby längere Stillpausen hat und lasse für einen größeren Abpumperfolg mindestens 45 Minuten zum letzten Anlegen vergehen. Sei bitte nicht enttäuscht, wenn die ersten Versuche keine oder nur geringe Muttermilchmengen zum Vorschein bringen. Deine Brust benötigt Zeit, sich an die Milchpumpe zu gewöhnen. Erfrage bei Deinem Arbeitgeber rechtzeitig, ob eine Räumlichkeit zum ungestörten Abpumpen zur Verfügung steht oder schlage Möglichkeiten in Anpassung an die räumlichen Gegebenheiten vor. Optimal wäre auch ein Kühlschrank, den Du zum Aufbewahren Deiner Muttermilch nutzen kannst. Besorge Dir am besten einen Behälter in dem Du die Muttermilchflaschen vor Blicken geschützt im Külschrank sammeln kannst.

Was solltest Du bei der Wahl der Milchpumpe beachten?

Handlich, transportabel, möglichst leise sollte die elektrische Milchpumpe sein. Wichtig für die Hygiene ist das geschlossene Pumpsystem und eine unkomplizierte Reinigung der Milchpumpe unerlässlich. Für eine optimale Muttermilchgewinnung ist die Schmerzfreiheit beim Abpumpen sehr wichtig, daher solltest Du individuelle Anpassungen zur Saugstärke( Vakuum) und zur Häufigkeit des Saugens (Zyklus)vornehmen können. Zusätzlich ist es von großer Bedeutung, dass die Brustglocke zu Deiner Brustwarze passt, um Verletzungen und einem Muttermilchmangel vorzubeugen. Lass Dich von Deiner Hebamme oder Stillberaterin zu diesen Themen beraten und bei Deiner Wahl unterstützen!

Der Schutz stillender Frauen

Wenn Du in Deinen Beruf zurückkehrst, hast Du gesetzlich geregelte Zeiten zum Stillen , die im Mutterschutzgesetz festgelegt sind. Mindestens 2 mal täglich eine halbe Stunde oder eine ganze Stunde, unabhängig davon, ob Du ein Teilzeit oder Vollzeit tätig bist. Arbeitest Du länger, als 8 Stunden zusammenhängend am Tag, also ohne eine zweistündige Ruhepause, dann hast Du Anspruch auf 2 mal 45 Minuten Pause oder 90 Minuten zusammenhängend. Diese Stillpausen dürfen keinen Entgeldausfall nach sich ziehen oder auf die arbeitsrechtlichen Ruhepausen angerechnet werden. Leider bezieht sich diese Regelung ausschließlich auf das Stillen von Kindern bis zum 12. Lebensmonat. Weitere Regelungen zu den Arbeitszeiten, zu unverantwortbaren Gefährdungen der physischen und psychischen Gesundheit beziehen sich auf die gesamte Stillzeit. So darf eine stillen Frau nicht länger, als achteinhalb Stunden am Tag oder 90 Stunden in der Doppelwoche arbeiten. Die Nachtarbeit nach 22 Uhr ist grundsätzlich verboten. Stillbedingte Einschränkungen Deiner Einsatzfähigkeit dürfen keine Benachteiligungen bezüglich Karriere oder Vergütung nach sich ziehen. Für weitere Informationen kannst Du hier nachlesen.

Viel Erfolg und einen guten Start in Deine Berufstätigkeit!

Deine Nancy

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