Zu viel Milch: Initialer Milcheinschuss

Schmerzende und übervolle Brüste

Lassen Sie das Baby so lange an einer Brust trinken, bis es satt ist. Wenn die Brüste zu voll sind, pumpen Sie etwas ab © evgenyatamanenko - Fotolia.com

Zwei bis drei Tage nach der Geburt ändert sich die Zusammensetzung der Muttermilch von der Vormilch zur Übergangsmilch, die sich in den nächsten zwei Wochen zur reifen Muttermilch entwickeln wird.

Die Milchproduktion steigt, die Brüste vergrössern sich, spannen und schmerzen manchmal.

Diese Brustdrüsenschwellung während dieses sogenannten "initialen Milcheinschuss" ist weniger auf größere Milchmengen, sondern vor allem auf eine Zunahme der Brustduchblutung und auf Lymphstauungen zurückzuführen. In den ersten sechs Wochen kann es immer wieder zu schmerzenden, übervollen Brüsten kommen, bis sich das Gleichgewicht zwischen Nachfrage und Angebot normalisiert.

1. Eine Milch-Überproduktion in den ersten Wochen nach der Geburt

Brustprobleme am Anfang der Stillzeit, vom verstärkten initialen Milcheinschuss bis hin zu Milchstau, Mastitis oder wunden Brustwarzen, gehören zu den häufigsten spürbaren Stillproblemen, weil sie mit Schmerzen einhergehen. Deswegen sind sie auch meist Ursache für frühzeitiges Abstillen. Eine Milch-Überproduktion ist in den ersten Tagen oder sogar Wochen nach der Geburt nicht ungewöhnlich. Unbehandelt kann sie zu Milchstau, Mastitis oder frühzeitigem Abstillen führen.

2. Was ist zu tun, wenn die Milch überreichlich fließt?

Lassen Sie das Baby so lange an einer Brust trinken, bis es satt ist. Wenn die Brüste zu voll sind, pumpen Sie etwas ab, damit Sie sich Erleichterung verschaffen.

Bei Überproduktion von Muttermilch können Sie einige Tage 2-3 Tassen Pfefferminz- oder Salbeitee trinken.

Wenn der Milchspendereflex überaktiv ist, legen Sie nur eine Seite je Mahlzeit an und lehnen Sie sich beim Stillen zurück, so muss das Baby gegen die Schwerkraft ziehen.

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3. Symptome bei starkem Milchspendereflex

Beim verstärkten initialen Milcheinschuss (2. bis 10. Tag) sind die Symptome stärker ausgeprägt:

  • geschwollene Brust
  • Spannungs- und Stauungsgefühl
  • Starke Venenzeichnung
  • Hitzegefühl in der Brust
  • Rötung
  • Die Brust unter der Haut ist knotig
  • leichtes Fieber (< 38,4 Grad)

4. Mögliche Ursachen

Eine nicht vollständige Entleerung der Brust, die falsche Anlegetechnik, ein sehr starker Milcheinschuss oder Stress können zu Milchstau führen. Daraus resultiert eine schmerzhafte und empfindliche Brust, die knotig und gerötet sein kann.

4.1) Unzureichende Entleerung der Brust

Ein überaktiver Milchspendereflex wird oft duch unzureichendes Stillmanagement in den ersten Tagen der Stillzeit verursacht, z.B. spätes und seltenes Anlegen des Babys, zeitliche Begrenzung des Stillens, nicht-korrektes Anlegen des Kindes sowie frühes Zufüttern und Beruhigungssauger.

4.2) Schwerergiebigkeit der Brust

Stress, Angst und Unsicherheit der Mutter sowie Brustschmerzen lösen eine Adrenalinausschüttung aus, wodurch die Bildung und Wirkung von Oxytocin eingeschränkt und der Milchspendereflex gehemmt werden kann. Dadurch resultiert Milchstau in den Alveolen, der zusätzlich Schmerzen verursacht. So geraten stillende Mütter in den Teufelkreis einer gestörten Milchbildung.

4.3) Auslösende Faktoren können sein:

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5. Maßnahmen bei überaktivem Milchspendereflex

Bevor Sie das Baby an der Brust anlegen, lassen Sie etwas Milch ausfließen: Entleeren Sie den Bereich um den Warzenhof von Hand, damit das Kind genügend Gewebe erfassen kann und nicht nur die Brustwarze in den Mund nimmt.

Bei einem überaktiven Milchspendereflex fließt die Milch so stark, dass das Kind nicht schnell genug schlucken kann. Das Baby schluckt dann sehr viel Luft, was zu Bauchschmerzen und grünem Stuhlgang führen kann.  

Lassen Sie das Baby dann häufig aufstoßen. Achten Sie auf korrektes Anlegen des Babys.

Geräusche wie "Schmatzen, Klicken oder Schnalzen" entstehen oft bei einem unvollständigen Saugschluss bzw. beim Verlust des Vakuums. Wenn sich der Unterkiefer beim Saugen weit nach unten bewegt, dringt Luft ein und verursacht diese Geräusche.  

Ein starker Milchfluss kann diese Geräusche ebenfalls verursachen. In diesem Fall zieht das Kind die Zunge etwas zurück und wölbt den hinteren Anteil nach oben, um die Mamille abzudrücken bzw. den Milchfluss etwas zu bremsen, damit es sich nicht verschluckt. Das jedoch kann auch sehr häufig und schnell zu wunden und verletzten Mamillen führen.

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Quellen:
Deutscher Hebammenverband (2012): Praxisbuch: Besondere Stillsituationen. Hippokrates Verlag MVS Stuttgart.
Scherbaum, Veronika  (2003): Stillen: frühkindliche Ernährung und reproduktive Gesundheit. Deutscher Ärzte-Verlag

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