Wochenbett und Wochenfluss (Lochialstau)

Wochenbetthygiene

Das Wochenbett beginnt in der Regel mit Abschluss der Nachgeburtsphase und dauert ca. 6 Wochen © Sofia Zhuravetc - Fotolia

Wochenbett

Das Wochenbett beginnt in der Regel mit Abschluss der Nachgeburtsphase und dauert ca. 6 Wochen. Die Rückbildung der Gebärmutter findet in den ersten 10 Tagen des Wochenbettes statt.

In diesem Zeitraum bilden sich die Veränderungen zurück, die während der Schwangerschaft und der Geburt entstanden sind.

Im Wochenbett läuft die Milchbildung auf Hochtouren und der Milchspendereflex setzt ein. Während des Wochenbetts treten weitere schwach ausgeprägte Wehen auf.

Sie sorgen dafür, dass sich die Gebärmutter zurückbildet: Zur Geburt hat die Gebärmutter ein Gewicht von ca. 1 kg. Innerhalb von 6 Wochen bildet sie sich auf ihr Ausgangsgewicht von 60 - 100 g zurück.


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Was ist Wochenfluss (Lochien)?

Durch die Ablösung der Plazenta nach der Geburt ist in der Gebärmutter eine Wundfläche entstanden. Diese Wunde blutet nach und durchläuft dabei alle Stadien der Wundheilung. Das daraus abfließende Wundsekret aus der Scheide wird als Wochenfluss oder Lochien bezeichnet. Die Blutung und die Ausscheidung können vier bis sechs Wochen dauern.

Lochialstau

Manchmal kann der Wochenfluss nicht aus der Gebärmutter abfließen, z.B. weil die Gebärmutter durch Blutgerinnsel verschlossen ist. Das bezeichnet man als Lochialstau. Unangenehmer Geruch, abrupte Unterbrechung des Wochenflusses, Schmerzen, beginnender Temperaturanstieg können Hinweis auf einen Stau sein.

Farbe, Menge, Geruch und Konsistenz des Wochenflusses

Im Laufe des Heilungsprozesses ändern sich sowohl Menge des Wochenflusses als auch dessen Farbe und Zusammensetzung.

In der 1. Woche nach der Geburt kann der Wochenfluss blutig, in der 2. Woche bräunlich und in der 3. Woche gelb sein. In der 4.-6. Woche ist der Wochenfluss weiß und seine Menge nimmt stark ab.

In den ersten Stunden und bis zwei Tage nach der Geburt, fließt das frische, hellrote Blut oft schwallartig in großen Mengen und kann sich während des Toilettengangs verstärken. Besonders beim Toilettengang hat man das Gefühl, als würde man "auslaufen". Nach einer längeren Liegezeit können auch sogenannte Koageln entstehen, die sich dann als „Blutklumpen“ entleeren.

Etwa ab dem 3. Tag wird die Blutung hellrosa und mehr mit Schleim vermischt sein, als bisher. Der Geruch des Wochenflusses ist fade bis käseartig. Der Wochenfluss ist von der Zusammensetzung mit dem Periodenblut vergleichbar und ist nicht infektiös. Regelmäßiges Händewaschen und Einlagenwechsel sind hygienisch notwendig.

Nach einer Woche nimmt der Wochenfluss eine bräunliche Farbe an. Ab der 3. bis 4. Woche geht fast nur noch Schleim ab, der mengenmäßig gut mit einer Binde oder Slipeinlage aufgefangen werden kann.

Sanfte Intimpflege und Intimhygiene im Wochenbett

In einzelnen Phasen nimmt der Wochenfluss einen unangenehmen Geruch an. Viele Frauen fühlen sich dadurch sehr unwohl. Das feuchte Scheidenmilieu sorgt zusätzlich für unangenehme Gerüche und begünstigt die Vermehrung von Keimen aller Art. Da nach der Geburt die Intimregion sehr strapaziert ist, sollte man die sensible Scheide sorgfältig pflegen und reinigen.

Keine Tampons im Wochenbett benutzen

Es kann vorkommen, dass der Wochenfluss in der Scheide etwas verklumpt ist. Verwenden Sie lieber keine Tampons im Wochenbett, sonst können diese Klümpchen nicht aus der Scheide heraus und stauen sich vor der Gebärmutter. Das erhöht das Risiko von Scheideninfektionen. Zudem trocknet der stark saugende Tampon die durch die Geburt strapazierte Scheidenschleimhaut zusätzlich aus. Das verzögert den Wiederaufbau der veränderten Scheidenflora.

Häufigere Bindenwechsel

Das Sekret, das sich auf der Binde sammelt, stellt einen idealen Nährboden für Keime dar. Aus diesem Grund sind das Einhalten von Hygienemaßnahmen und der häufigere Bindenwechsel von großer Bedeutung. Die Frauen sollten sich nach dem Wechsel der wochenflusshaltigen Binden gründlich die Hände waschen.

 

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Wiederaufbau der Scheidenflora

Um die Scheidenflora zu harmonisieren, ist es sinnvoll, diese mit sanften Intimpflegeprodukten wiederaufzubauen. Viele Frauenärzte empfehlen in solchen Fällen Multi-Gyn FemiWash (milder, seifenfreier Mikroschaum mit Milchsäure für sanfte Reinigung des Intimbereichs), Multi-Gyn FloraPlus (zur Vorbeugung und Behandlung von Scheidenpilzproblemen und zur Stärkung der Vaginalflora) sowie Multi-Gyn ActiGel (zur Behandlung und Vorbeugung von bakterieller Vaginose, Ausfluss, Intimgeruch).

Alle MultiGyn Produkte sind hormonfrei und können problemlos während der Schwangerschaft oder in der Stillzeit verwendet werden. Die Produkte sind in der Apotheke, bei ausgewählten Fachhändlern, teilweise bei dm & Rossmann oder online erhältlich.

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Quellen:
Birgit Laue (2012):  1000 Fragen an die Hebamme. GU Verlag.
Marion Stüwe (2001): Wochenbett- und Rückbildungsgymnastik. Hippokrates Verlag MVS Stuttgart.
Marion Krause (2007): Was Eltern wissen wollen: Babys erstes Lebensjahr. Family Media GmbH.

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