Wochenbett-Depression & Stimmungsschwankungen

Postnatale Depression

Eine Wochenbettdepression kann sehr belastend sein. thingamajiggs/fotolia.com

Viele Mütter erleben während der ersten Wochen nach der Geburt den „Baby Blues“. Wenn sich die Symptome verschlimmern und unbehandelt bleiben, kann sich daraus eine postnatale Depression entwickeln. In Deutschland sind nach neueren Untersuchungen jährlich etwa 10-20 % aller jungen Mütter davon betroffen (Grässer 2015).

1. Was ist eine postnatale Depression?

Die postnatale Depression, auch Wochenbettdepression genannt, ist eine Erkrankung, die in den ersten sechs Monaten nach der Geburt auftritt.

Unter postnataler Depression werden Stimmungsschwankungen nach der Geburt verstanden, die sich in unterschiedlicher Weise äußern können. Bei einigen kann das mit einem "Heultag" erledigt sein, andere verbleiben einige Tage oder noch länger in einem allgemeinen Zustand von Traurigkeit.

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2. Ursachen für eine Wochenbett-Depression

Die Wochenbett-Depression könnte durch hormonelle, psychologische, physiologische Faktoren verursacht werden. Der Hormonspiegel, vor allem Östrogen und Progesteron, sinkt ganz plötzlich nach der Geburt ab. Gleichzeitig produziert der Körper das Hormon Prolaktin, welches die Milchbildung auslöst.

Oft sind die „Blues-Tage“ (Heultage) durch eine Kombination von mehreren Faktoren ausgelöst wie Hormonumstellung, Erschöpfung durch Wehen und Geburt, die emotionalen Höhen und Tiefen bei der Geburt und die neue Rolle als Mutter.

Wenn sich diese Symptome jedoch verstärken und länger als vier Wochen anhalten, leidet die Mutter vielleicht an einer postnatalen Depression. Lebt die Mutter isoliert von anderen Menschen bzw. vermeidet sie den Kontakt mit Freunden und Familie, steigt das Risiko einer Wochenbett-Depression.

3. Symptome bei einer postnatalen Depression

Die postnatale Depression kann viele Symptome haben. Typische Anzeichen bei einer Wochenbett-Depression sind z.B. Weinen, Reizbarkeit, Traurigkeit, ständige Übermüdung und Schlaflosigkeit.

Mit den oben genannten Stimmungsschwankungen können weitere Symptome wie Schuldgefühle, Ängste, Appetitverlust, Panikattacken sowie körperliche Anzeichen wie Kopfschmerzen, Schweißausbrüche und Zittern einhergehen. Viele Mütter fühlen sich unverstanden und nicht fähig, mit dem Baby umzugehen.

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4. Behandlung

Die Versuche die Depression zu unterdrücken oder zu verstecken, macht meist alles nur schlimmer. Die Mutter sollte sich in einem solchem Fall unbedingt Unterstützung bei Freunden und Familie holen oder auch professionelle Hilfe beim Arzt annehmen. In diesem Fall ist es wichtig, offen über die Schwierigkeiten, Probleme und Ängste zu sprechen, sei es mit dem Partner, dem Arzt oder mit der Hebamme.

Schwere Wochenbettdepressionen sollten sogar professionell, medikamentös und mitunter auch in einer Klinik behandelt werden.

Einfache Erschöpfungszustände und die Müdigkeit nach der Geburt können durch Vitamingaben gemildert werden.

Körperliche Bewegung und Yoga können beruhigend sein und zudem Kraft geben.

Hilfe im Haushalt sowie emotionale Unterstützung von Familie, Partner und Freunden sind für das Wohlbefinden der Mutter sehr wichtig.

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Quellen:
Grässer, Melanie & Hovermann, Eike (2015): Gelassen durch die Baby-Zeit: Essen - spielen - beruhigen - schlafen. Alles für einen stressfreien Alltag. Humboldt Verlag.

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