Wie erkenne ich eine Soorinfektion an der Brustwarze?

Schmerzen während und nach dem Stillen

Symptome bei einer Soorinfektion: brennende, juckende und stechende Schmerzen im Bereich der Brustwarze © ArTo - Fotolia.com

1. Was ist Soor?

Soor ist ein Hefepilz, der in feuchter Umgebung, z.B. auf den Brustwarzen, in den Milchgängen, in der Scheide der Mutter oder im Windelbereich des Babys gedeihen und Beschwerden bei Mutter und Kind verursachen kann.

Plötzlich auftretende Brustwarzenschmerzen können auf eine Soorinfektion hindeuten, vor allem wenn es bisher keine Probleme mit wunden Mamillen gab.

2. Mögliche Symptome für eine Soorinfektion bei der Mutter sind:

  • Starke Schmerzen der Brustwarzen oder der Brust, die während der gesamten Stillmahlzeit anhalten und trotz korrekter Anlegetechnik des Kindes nicht gelindert werden können.

  • Eine Soorinfektion charakterisiert sich durch brennende, juckende und stechende Schmerzen im Bereich der Brustwarze und leuchtend rote Mamillenspitzen. Stechende Schmerzen treten während oder nach dem Stillen bzw. während oder nach dem Abpumpen auf.

  • Schmerzende Brustwarzen bei korrektem Gebrauch einer elektrischen Milchpumpe.

  • Am Anfang sind Brustwarzen und Areola oft leicht glänzend, später pinkfarben, glänzend oder gerötet. Die Brust fühlt sich geschwollen an.

  • Die Mamillen können rissig oder schuppig sein, jucken oder einen weißen Belag bzw. kleine Bläschen haben.

  • Manchmal sind die Scheide von einer Infektion und der Windelbereich des Babys (Windelsoor) gleichzeitig betroffen. Es kann auch vorkommen, dass die Mutter keine erkennbaren Anzeichen an Brust oder Scheide hat und trotzdem eine Scheidenpilzinfektion vorliegt.


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3. Mögliche Symptome für eine Soorinfektion beim Baby sind:

  • Ein typisches Zeichen für Soor beim Baby ist ein cremiger, sehr schwer bzw. nicht abwischbarer weißer Belag auf der Innenseite der Wangenschleimhaut, des Mundes und auf der Zunge.

  • Weitere Symptome sind zudem Windelausschlag und parallel auftretender Windelsoor. Der Babypo ist wund und sehr gerötet.

  • Das Baby verweigert das Trinken an der Brust (weil es einen schmerzempfindlichen Mund hat), wendet sich ab, fühlt sich unwohl, gereizt und hat Blähungen.

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4. Welche Faktoren beeinflussen die Anfälligkeit für eine Soorinfektion?

Zusätzlich zur Therapie mit Antibiotika gibt es noch weitere Faktoren, die Mutter und Baby für eine Soorinfektion anfällig machen.

  • Wunde, offene und verletzte Brustwarzen, die unbehandelt bleiben, erhöhen das Risiko von Infektionen wie Soor, Mastitis oder Milchstau.

  • Die Verwendung feuchter Stilleinlagen kann auch Ursache für wunde Mamillen sein.

  • Mangel an Eisen, Folsäure und den Vitaminen A, B, C und K oder stark gesüßte Speisen und künstliche Süßstoffe.

  • Diabetes

  • Die Behandlung einer Brustentzündung mit Antibiotika sowie kontinuierliche Einnahme von Antibiotika über einen längeren Zeitraum

  • Die Einnahme von Antibabypillen

Sollte eine Soorinfektion diagnostiziert werden, müssen Mutter und Kind gleichzeitig behandelt werden.

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Quellen:
Deutscher Hebammenverband (2012): Praxisbuch: Besondere Stillsituationen. Hippokrates Verlag Stuttgart.

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