Welche Funktionen hat das Fruchtwasser?

Fruchtwasserbildung

Das Fruchtwasser bietet sowohl dem Baby einen Schutz gegen Stöße und Schläge von außen als auch der Mutter Schutz vor zu heftigen Kindsbewegungen © Andrey Popov - Fotolia.com

In der Gebärmutter lebt das Baby im Fruchtwasser bei 37 Grad und schützt sich von der Austrocknung durch Käseschmiere. Das Fruchtwasser umgibt den Embryo und schützt ihn gegen zahlreichen Außeneinflüsse (Temperatur, Trauma, Druck). Die Menge nimmt bis zur 36. Woche stetig zu und erreicht etwa 1000 ml.

Wie wird Fruchtwasser gebildet?

Das Fruchtwasser ist komplexer, teils fötaler, teils mütterlicher Herkunft. Das Fruchtwasser wird von den Eihäuten produziert. Auch der Amnion der Nabelschnur und der Chorionplatte ist daran beteiligt. Die Funktion der Eihäute besteht in der Produktion und Resorption von Fruchtwasser. Weiterhin verhindert eine intakte Fruchtblase das Aufsteigen von Keimen und Erregern in die Fruchthöhle, was eine Infektion des Kindes und der Mutter auslösen könnte.

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Fruchtwasserbildung

Die Stoffe zur Fruchtwasserbildung werden mittels der verschiedenen Transportmechanismen aus den Blutgefäßen zu den gefäßlosen Eihäuten transportiert. Sie werden dort verarbeitet und in die Fruchthöhle abgegeben.

Ab dem 5. Schwangerschaftsmonat trinkt der Fötus täglich bis zum 400 ml Fruchtwasser. Von dieser aufgenommenen Flüssigkeit gelangt ein Teil über den fötalen Kreislauf in die Plazenta und von dort aus in den mütterlichen Kreislauf. Der andere Teil gelangt über die Nieren in die Blase des Fötus, die er von Zeit zu Zeit ins Fruchtwasser entleert.

All das bedeutet, dass das Fruchtwasser kein konstanter Flüssigkeitssee ist, sondern in einem dynamischen Prozess ständig resorbiert und neu produziert wird.

Menge und Zusammensetzung des Fruchtwassers

Die Fruchtwassermenge beträgt in der 6. SSW etwa 5 ml und nimmt kontinuierlich bis etwa zur 38. SSW auf durchschnittlich 1,5 Liter zu. Anschließende verringert sich die Fruchtwassermenge mit abnehmender Plazentafunktion langsam um etwa 300 - 500 ml bis zur Geburt.

Das Fruchtwasser besteht zu 99 % aus Wasser. Der Rest besteht aus folgenden Substanzen: Proteine, Glukose, Harnstoff, verschiedene Elektrolyte. Das Fruchtwasser ist klar, farblos und manchmal etwas trüb.

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Funktionen des Fruchtwassers

Das Fruchtwasser soll Kindsbewegungen abfangen, die sonst als unsanfte Stöße die Bauchdecke der Mutter erreichen würden. Das Fruchtwasser bietet sowohl dem Baby einen Schutz gegen Stöße und Schläge von außen als auch der Mutter Schutz vor zu heftigen Kindsbewegungen. Weiterhin wird das Kind auch mit Wärme versorgt. Das Fruchtwasser bietet dem Baby eine sichere, schwerelose Umgebung, die es für seine Entwicklung benötigt und ermöglicht ihm die nötige Bewegungsfreiheit.

Da die Atemwege des Babys mit Fruchtwasser gefüllt sind, ist diese eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung der Lungen. Das Wasser schützt die Nabelschnur vor Versorgungsunterbrechungen.

Es sichert die Flüssigkeitszufuhr des Kindes, denn das Kind schluckt das Fruchtwasser, aber es uriniert auch in das Wasser.

Quellen:
Dietrich von Fournier (2005): Gynäkologie und Geburtshilfe: Lehrbuch für Studium und Praxis. Schattauer Verlag Stuttgart.
Mändle, Christine  & Opitz-Kreuter, Sonja (2015): Das Hebammenbuch: Lehrbuch der praktischen Geburtshilfe. Schattauer Verlag Stuttgart.

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