Wassergeburt

Die sanfte Entbindungsform im Wasser

Die Wassergeburt findet in einer Geburtsklinik oder einem Geburtshaus mit spezieller Geburtswanne statt © Rafael Ben-Ari - Fotolia.com

Die entspannende und krampflösende Wirkung des warmen Wassers war schon im Altertum bekannt.

Noch heute steigen viele Frauen in eine warme Badewanne, wenn sie Rücken-, Gelenk- oder Menstruationsbeschwerden haben. Vielleicht ist deshalb die Wassergeburt für viele Frauen von Anfang an so sympathisch.

1. Was ist eine Wassergeburt?

Bei einer echten Wassergeburt kommt das Baby in der Wanne zur Welt – unter Wasser. Die Mutter verbringt die Zeit von der Eröffnungs- bis zur Austreibungsperiode in einer speziellen Geburtswanne. Die Frau entscheidet selbst, wann sie ins Wasser steigt. Auch kurze Unterbrechungen mit Verlassen der Wanne sind möglich.

Oft bedeutet Wassergeburt, dass die werdende Mutter die Wehen und die Austreibungsphase "an Land" verbringt und nur die eigentliche Geburt im Wasser erfolgt. Die optimale Wassertemperatur liegt bei 36 und 38 Grad.

Die Wassergeburt heute wird vor allem zur Schmerzlinderung während der Wehen empfohlen: Die Frau selbst setzt Endorphine im Gehirn frei, mit denen Stresshormone wie Adrenalin unterdrückt werden.

So wird eine Stressatmung während der Wehen vermieden und die Sauerstoffversorgung für Mutter und Kind bleibt optimal. Die Wassergeburt ermöglicht dem Neugeborenen einen sanften Übergang vom Fruchtwasser ins angenehm temperierte Wasser.

Wichtig: Die Wassergeburt sollte aber nicht zuhause in der Badewanne stattfinden, sondern in einer Geburtsklinik oder einem Geburtshaus mit spezieller Geburtswanne.

Die Geburt wird von einem Arzt und von einer Hebamme (am besten mit Erfahrungen bei einer Wassergeburt) begleitet und überwacht.

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2. Babys haben angeborenen „Tauch-Reflex“ und ertrinken unter Wasser nicht

Alle Neugeborenen haben einen angeboren „Tauch-Reflex“, deswegen müssen Sie keine Angst haben, das Baby wird nicht ertrinken: Sobald die Gesichtshaut mit Wasser in Berührung kommt, verschließt sich die Luftröhre des Babys, sodass kein Wasser eindringen kann.

Dieser Reflex besteht bis etwa vier Monate nach der Geburt. Der erste Atemzug wird erst dann ausgelöst, wenn das Gesicht mit Luft in Kontakt kommt.

3. Voraussetzung für eine Wassergeburt

Als Voraussetzung für eine Wassergeburt in Deutschland gilt Folgendes: Die Schwangerschaft ist risikofrei und ohne Komplikationen verlaufen.

Wenn die Mutter und das Baby gesund sind, ist eine Wassergeburt möglich.

Die Schwangere sollte sich mindestens in der 36. Schwangerschaftswoche befinden. Das Baby muss voll ausgereift (Woche 37 und später) sein und sich normal entwickelt haben.

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4. Eine Wassergeburt ist bei folgenden Symptomen und Komplikationen nicht empfehlenswert:

  • Unwohlsein der Mutter im warmen Wasser (Kreislaufprobleme, Übelkeit etc.)

  • Die Mutter hatte schwere Infektionen in der Schwangerschaft.

  • Die Mutter hatte vaginale Blutungen in der Spätschwangerschaft.

  • Erkrankungen der Mutter wie Diabetes mellitus oder Infektionen wie HIV oder Hepatitis B.

  • Mehrlingsgeburt

  • Das Kind liegt nicht in Steißlage.

  • Beckenendlage, Beckenvenenthrombosen

  • Risikogeburt und Frühgeburt

  • Vaginale Infektionen und Fieber

  • Grünes Fruchtwasser

  • Übergroßes Kind

  • Verzögerter Geburtsverlauf

  • Verdacht auf Mangelversorgung des Kindes

 

Teil 2: "Vor- und Nachteile einer Wassergeburt"


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Quellen:
Familie.de Was ist eine Wassergeburt?http://www.familie.de/schwangerschaft/wassergeburt-512789.html
Enning, Cornelia (2000): Wassergeburt - Der sanfte Weg - Natürlich und sicher Mutter werden. Egmont Verlag.
Vieten,  Markus (2000): Handbuch für die Hebamme: von Hebammen für Hebammen. Hippokrates Verlag Stuttgart


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