Was hilft gegen Babykoliken und Blähungen?

Dreimonatskoliken

Sanfte Bauchmassage hilft bei Koliken © Mitarart - Fotolia.com

Blähungen und Koliken stellen in den ersten Wochen für viele Eltern ein Problem dar. Koliken sind ein typisches Symptom bei den meisten Säuglingen. Sie treten ca. in der 2. – 4. Woche auf und enden ca. im 4. Monat. Daher kommt auch der Name Dreimonatskoliken. Bei Flaschen-Babys kommt dies öfter vor als bei gestillten Kindern, weil sie mit der Milch häufiger Luft schlucken.

Was sind Koliken?

Den Begriff "Kolik-Baby" haben Sie vielleicht gehört, da er häufig im Zusammenhang mit Babys, die besonders viel schreien und weinen, gebraucht wird. Die betroffenen Babys zeigen bevorzugt nachmittags, abends und nachts Phasen aus Unruhe, Schreien oder Weinen. Auch ziehen sie oft ihre Beine an. Die Beschwerden beginnen im 2. Monat und nehmen danach in der Regel allmählich ab, meist sind sie nach dem 3. Monat weg.

Alle Babys haben Blähungen, aber nicht alle Schreibabys leiden unter Koliken. Bei Blähungen tun sich Säugling besonders schwer, die aufgestauten Gase loszuwerden. Das passiert beim Weinen oder beim Trinken. Schlucken Babys Luft kann dies ein Drücken im Bauch bis hin zu starkem Bauchweh auslösen.

Zu den typischen Kolik-Symptomen zählen:

  • Regelmäßige und lange Phasen von untröstlichem Weinen und Schreien gegen Ende des Tages.

  • Schreiphasen, die eine bis drei Stunden oder noch länger dauern können.

  • Das Baby zieht die Beine an den Bauch und drückt beim Weinen den Rücken durch.

  • Oft ist der Bauch hart und prall.

  • Das Kind hat Blähungen beim Weinen.

  • Koliken treten im Alter von drei Wochen bis vier Monaten auf.

  • Das Kind ist gesund und zu allen anderen Tageszeiten gut aufgelegt.

Was sind die Ursachen für Koliken?

Immer noch diskutieren Wissenschaftler und Experten darüber, was genau die Ursachen für die Entstehung der Koliken sind. Bislang wird davon ausgegangen, dass Koliken mit dem noch unreifen Verdauungssystem des Kindes sowie mit einer allergischen Reaktion oder Intoleranz auf Muttermilch bzw. Säuglingsnahrung zusammenhängen. Aber einige Experten führen auch andere mögliche Ursachen ins Feld.

Hier ein paar mögliche Gründe für Koliken:

  • Das Nerven- und Verdauungssystem des Babys ist noch unreif.

  • Das Kind könnte Verdauungsprobleme mit dem Milchzucker (Laktose) in Muttermilch haben. Wenn Sie stillen, könnte das Kind auf Substanzen in der Muttermilch oder Nahrung allergisch reagieren.

  • Das Baby leidet unter Blähungen.

  • Ein Überangebot an Nahrung. Viele Säuglinge essen in 24 Stunden die Menge, die etwa einem Fünftel ihres Körpergewichts entspricht.

Es wird angenommen, dass Inhaltsstoffe bestimmter Lebensmittel und Getränke in der Muttermilch Koliken und Blähungen auslösen können. Das können Kuhmilch, koffeinhaltige Produkte (Kaffee, Tee, Schokolade), Obst wie Äpfel und Pflaumen, Alkohol, Orangensaft, Kreuzblütler-Gemüse (z.B. Brokkoli, Blumenkohl und Weißkohl), Zwiebeln, starke Gewürze und Bohnen sein.

Zigarettenrauch in der Umgebung

In vielen Studien konnte nachgewiesen werden, dass Babys Koliken haben können, wenn die Mutter während der Schwangerschaft geraucht hat oder die Eltern (Mutter und Vater) in der Umgebung des Babys rauchen. Am besten rauchen Sie nicht in der Nähe des Babys oder noch besser: Geben Sie das Rauchen auf.

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Was hilft gegen Koliken?

Bei Beschwerden sollten Sie Ihr Baby möglichst tragen, wiegen oder mit ihm spielen. Eventuell können Sie Ihrem Kind auch Kräutertee (z.B. Fencheltee oder Kümmeltee) anbieten.

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Halten und Tragen Ihrem Baby nicht hilft, legen Sie es kurz in die Wiege.

Viele Babys beruhigen sich, wenn sie in Bewegung gehalten werden. Tragen Sie Ihr Baby am Körper, wiegen Sie es auf dem Arm oder schaukeln Sie es im Kinderwagen.

Im so genannten „Kolik-„ oder „Fliegergriff“ können Sie mit dem Baby rhythmisch tanzen. Eine Wärmflasche oder ein warmes Kirschkernkissen unter den Bauch unterstützen diese Wirkung möglicherweise.  

Gleichmäßige Geräusche können auch hilfreich sein. Sie könnten z.B. im Auto herumfahren oder Musik spielen lassen.

Wenn Ihr Baby gut aufgelegt ist, können Sie beim Windelwechseln eine sanfte Bauchmassage ausprobieren. Das Kind sollte dabei weder einen leeren noch einen zu vollen Magen haben.

files/ardo/blog/Bauchmassage-Baby-Artikel-© Mitarart - Fotolia.com.jpg

1) Massieren Sie das Baby mit der Hand-über-Hand-Technik von oben nach unten auf die rechte Bauchseite zwischen unterem Rippenbogen und der Hüfte. Massieren Sie es 2-3 Minuten und wiederholen Sie die Massage auf der linken Seite.

2) Danach legen Sie Ihre leicht gewölbte Hand horizontal auf Babys Bauch. Massieren Sie sanft drückend von Seite zu Seite ca. 20 Sekunden.

3) Anschließend massieren Sie sanft den Bauch des Babys in kreisförmigen Bewegungen. Wiederholen Sie es 4-5 Mal.

Sanfte Bauchmassage © Mitarart - Fotolia.com

Wenn Ihr Baby oft Blähungen, Koliken oder Verstopfung hat, kontaktieren Sie am besten Ihren Kinderarzt.

Fazit: Babykoliken sind zweifellos das Unangenehmste, womit junge Eltern konfrontiert werden können. Koliken sind eine harte Phase und Herausforderung für alle Eltern, die wieder vergeht, es braucht dabei vor allem Zeit, Geduld, Unterstützung vom Partner und starke Nerven.

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Quellen:
Walker, Peter (2014): Babymassage: Berühren. Nah sein. Fördern. TRIAS Verlag.
Speer, Christian P. & Gahr, Manfred (2013): Pädiatrie. Springer Verlag Berlin-Heidelberg
Pantley, Elizabeth (2009): Schlafen statt schreien: Das liebevolle Einschlafbuch: Das 10-Schritte-Programm für ruhige Nächte. TRIAS Verlag.

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