Was darfst Du in der Stillzeit essen?

Ernährung in der Stillzeit


Während der Schwangerschaft musstest Du auf einige Lebensmittel verzichten, um schwere Infektionen zu vermeiden, die auch für Dein ungeborenes Baby gesundheitliche Folgen hätten haben können. Wie ist das in der Stillzeit?


Toxoplasmose, EHEC, Salmonellen oder Listeriose können in der Schwangerschaft eine Gefahr für das ungeborene Baby sein. Die Keime, die diese Infektionen verursachen, sind nicht in der Muttermilch enthalten. Solltest Du an einer dieser Infektionen erkranken, würden in Deiner Muttermilch unmittelbar Antikörper gebildet, die Dein Baby schützen. Wichtig ist der hygienische Umgang mit den Lebensmitteln, wie zum Beispiel roher Fisch, Rohmilchprodukte, rohes Fleisch, mit denen Du in der Küche umgehst. Wasche Dir vor dem Kontakt mit Deinem Baby gründlich die Hände, um eine Übertragung von Keimen zu vermeiden.


Essen für Zwei?


Wenn Du Dein Baby ausschließlich stillst, benötigst Du ca. 500 Kilokalorien mehr als vor der Schwangerschaft. Vertraue hier auf Deinen Appetit und Dein Hungergefühl! Wichtig für Deine Gesundheit und die Deines Kindes ist eine gesunde, abwechslungsreiche Kost. Du solltest Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse, Fisch, Fleisch, Milch, Milchprodukte, Eier und hochwertige Öle in Deinen Speiseplan aufnehmen. Fetter Fisch, Rapsöl, Leinöl, Nussöl liefern langkettige, ungesättigte Fettsäuren, die einen positiven Einfluss auf die Fettzusammensetzung Deiner Muttermilch haben und Deine Gesundheit fördern. Nährstoffpräparate sind bei gesunder Ernährung meist nicht notwendig und sollten vor Einnahme mit dem Arzt besprochen werden.


Blähungen beim Baby?


Immer wieder berichten junge Mütter von strenger Schonkost während der Stillzeit, um Blähungen beim Baby zu vermeiden. Bis heute gibt es keinen wissenschaftlichen Beleg, wie blähende Lebensmittel in der Nahrung der Mutter beim Baby Blähungen verursachen. Dein Baby hat in der Schwangerschaft verschiedene Geschmacksrichtungen Deiner Ernährung über das Fruchtwasser kennengelernt und wird diese in der Muttermilch wiedererkennen. In einigen Kulturen wird sehr scharf gewürzt gegessen und die Babys kennen das schon aus der Schwangerschaft, sodass es in der Stillzeit keine Probleme mit dieser Ernährung gibt. In seltenen Einzelfällen kann es dazu kommen, dass Babys auf Kuhmilchbestandteile in der Muttermilch reagieren. Dann sollte die Mutter den Verzehr einschränken oder gar darauf verzichten. Allerdings entwickeln nicht gestillte Säuglinge viel häufiger eine Kuhmilch-Eiweißallergie als gestillte. Sollte Dein Baby nach bestimmten Nahrungsmitteln mit starker Unruhe reagieren, dann überprüfe bitte, ob Du eventuell zu viel von bestimmten Lebensmitteln zu Dir genommen hast. Eine Pause von diesem Bestandteil für eine Woche kann hier hilfreich sein und dann ist es meist kein Problem mehr.


Kaffee, Tee, Cola?


Koffein kann beim Baby, vor allem bei Neugeborenen Unruhe und eine erhöhte Herzfrequenz verursachen. Wenn Du allerdings beachtest, dass Du insgesamt nicht mehr als 300 mg Koffein, was ungefähr 3 Tassen Kaffee entspricht, am Tag zu Dir nimmst, sollte es keine negativen Auswirkungen auf Dein Baby haben. Ebenso verhält es sich auch mit schwarzem, grünem oder weißem Tee. Eistee oder Cola müssen mit eingerechnet werden. Wobei der Zuckergehalt oft sehr hoch ist oder auch Zuckeraustauschstoffe verwendet werden, die für Deine Gesundheit und die Deines Babys nicht zuträglich sind.


Diäten in der Stillzeit?


Eine extreme Diät zur Gewichtsreduktion ist in der Stillzeit nicht zu empfehlen. Solltest Du nach der Schwangerschaft einen Gewichtsverlust bis zu 2 kg im Monat feststellen, so ist das im Rahmen und gesundheitlich für Dich und Dein Baby nicht bedenklich.


Was ist mit besonderen Ernährungsformen?


Solltest Du Dich vegetarisch ernähren, dann nutze ausreichend ungesättigte, langkettige Fettsäuren, Vollkorn und möglichst wenig verarbeitete Lebensmittel. Bei vegan lebenden Müttern und Müttern mit chronischen Erkrankungen im Magen-Darm-Bereich sollte in regelmäßigen Abständen der Vitamin B12-Spiegel , B2, Vitamin D, Kalzium und Jod kontrolliert werden, da hier ein Mangel der Mutter droht, aber auch eine mögliche, mangelnde Gewichtszunahme , sowie mögliche Entwicklungsstörungen beim Baby die Folge sein können.

Wirkt sich Deine Ernährung auf den Geschmack Deiner Muttermilch aus?

Einige Nahrungsmittel können sich auf den Geruch und den Geschmack auswirken. Knoblauch zum Beispiel, Eukalyptus oder auch Spargel. Solltest Du mal reichlich von einem dieser Bestandteile zu viel zu Dir genommen haben, kann es durchaus dazu führen, dass Dein Baby nicht stillen mag. Aber das ist eher selten, vor allem wenn Du diese Lebensmittel schon in der Schwangerschaft genossen hast. Den Geschmack kennt Dein Baby dann schon aus dem Fruchtwasser. Ernähre Dich ausgewogen und abwechslungsreich! Zum einen ist das der beste Weg für Deine Gesundheit und auch eine sehr gute Vorbereitung Deines kleinen Schatzes auf die Beikost. Alles was Dein Baby schon jetzt schmecken darf, wird es auch später gern probieren und eventuell auch lieben.

Genieße das Essen und die kuschelige Zeit mit Deinem Baby!

Deine Nancy

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