Warum bleibt der Milchspendereflex aus?

Verzögerter oder ausbleibender Milchspendereflex

Milchbildung bleibt aus © Cello Armstrong - Fotolia.com

Kommt es zu einer Verzögerung des Milchspendereflexes oder bleibt er ganz aus, trinkt das Baby ein paar Minuten lang gut an der Brust und verweigert dann frustriert und unglücklich die Brust, da der Großteil der Milch in der Brust nicht freigegeben wird.

Die Mutter stellt fest, dass ihr Baby schnell saugt, aber nicht tief und häufig schluckt. Wenn der Milchspendereflex während einer Stillmahlzeit nicht mehrfach ausgelöst wird, bleibt die meiste Milch in der Brust der Mutter, hinter der Brustwarze.

1. Stillstreik

Wenn ein Baby, das bisher gut an der Brust getrunken hat, plötzlich die Brust verweigert, handelt es sich in diesem Fall um einen "Stillstreik". Mögliche Ursachen für einen Stillstreik:

  • Schmerzen, Ohrentzündung, Erkältung, Zahnen

  • Stress oder Erschrecken des Kindes während der Stillmahlzeit

  • Starker/verzögerter Milchspendereflex.

  • Änderung von Geruch und Geschmack der Mutter (Seife, Körperlotion, Duschgel, Salben auf der Brustwarze).

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2. Milchproduktion: Nachfrage und Angebot

Die Milchmenge hängt davon ab, wie häufig und wie wirkungsvoll Ihr Baby an der Brust trinkt. Je häufiger und wirkungsvoller das Kind saugt, desto mehr Prolaktin wird im Körper der Mutter gebildet, und umso mehr Milch wird in den Brüsten produziert.

Belastung, Stress, Rauchen, Alkohol, Koffein oder Medikamenteneinnahme können auch den Milchspendereflex hemmen. Weitere Ursachen sind eine mangelhafte Anlegetechnik, zu kurzes oder seltenes Stillen des Babys, besonders in den ersten 14 Tagen, wenn die Prolaktinrezeptoren ausgebildet werden.

3. Saugprobleme

Ein Anzeichen für ein Saugproblem ist, wenn die Mutter das Kind beim Stillen nicht schlucken hört oder wenn es ständig unzufrieden ist, da es „immer“ gestillt werden möchte und dabei nur die Brustwarze in den Mund nimmt, ohne regelmäßig zu schlucken.

4. Schwacher Muskeltonus

Möglicherweise hat das Baby Schwierigkeiten, während der Stillmahlzeit an der Brust zu bleiben, weil es die Brust nicht weit genug in seinem Mund hineinnimmt oder einen schwachen Muskeltonus hat, sodass es ihm schwer fällt, den Saug- und Schluckrhythmus miteinander zu koordinieren.

5. Veränderter Geschmack der Muttermilch

Veränderter Geruch oder Geschmack der Muttermilch durch eine neue Seife, ungewohnte Nahrungsmittel, Gewürze, Alkohol, Vitamine, Medikamente, das Einsetzen der Menstruation, Stress, plötzliches Erschrecken oder Krankheit können auch zur Verzögerung des Milcheinschusses führen. Daraus resultiert ein Anstau der Milch in den Alveolen, der zusätzlich Schmerzen bereitet. So kommt der Teufelskreis einer gestörten Milchbildung in Gang.

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6. Auslösende Faktoren können sein:

  • Wunde und schmerzende Brustwarzen: Zuerst gerötet, dann wund und rissig. Wunde Brustwarzen können feucht oder trocken auftreten und sich an der Brustwarzenspitze oder am Rand und am Übergang zum Warzenhof befinden. Verletzte Brustwarzen sind meist sehr schmerzhaft und sollten sofort behandelt werden, um eine Soorinfektion zu vermeiden.

  • Verspannte Stillposition der Mutter

  • Brustimplantat(e)

  • Hatte die Mutter vor kurzem eine Brustentzündung, reagiert das Kind eventuell auf die Geschmacksveränderung ihrer Milch.

  • Zahnen und Beißen: Geschwollene und wunde Zahnleisten können dazu führen, dass der Säugling an der Brust unruhig trinkt.

  • Veränderter Körpergeruch der Mutter durch parfümhaltige Pflegemittel (z.B. neue Körpercreme, Duschgel, Bodylotion) oder Salben auf den Brustwarzen

  • Alkohol und/oder Nikotinkonsum

  • Einnahme von Medikamenten während einer Erkrankung

  • Ungewohnte Nahrungsmittel (Knoblauch, Spargel, Süßstoff, Gewürze etc.)

  • Mastitis

  • Einnahme von östrogenhaltiger Pille

  • Erneute Schwangerschaft

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Quellen:
Deutscher Hebammenverband (2012): Praxisbuch: Besondere Stillsituationen

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