Stillproblem: Brustdrüsenschwellung

Erkrankungen der Brust

Legen Sie vor dem Stillen im Bereich der Brustwarze für kurze Zeit warme Kompressen auf © SENTELLO - Fotolia.com

1. Symptome bei einer Brust-

drüsenschwellung?

Zwei bis sechs Tage nach der Geburt tritt häufig der Fall ein, dass die Brüste größer, schwerer und etwas empfindlicher werden, sie sind dann zu einem bestimmten Grad angeschwollen. Zu Beginn ist das ganz normal, da der Milchspendereflex bzw. die vermehrte Milchbildung noch nicht eingesetzt hat.

Dazu kommt eine verstärkte Durchblutung und zusätzliche Lymphflüssigkeit in der Brust. Die Brüste bereiten sich  auf die Milchbildung vor. Durch das starke Anschwellen der Brust klagen manche Mütter unter Rötungen, Wärmegefühle und Berührungsempfindlichkeit, was oft typische Zeichen für den Milcheinschuss (Milchspendereflex) sind.

Wenn die Mutter das Baby regelmäßig stillt und anlegt, nimmt dieses normale Völlegefühl innerhalb der ersten zwei bis drei Wochen ab. Danach fühlen sich die Brüste weicher an, auch wenn sie reichlich Milch bilden.

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Schläfriges Baby

Wenn das Baby in den ersten Tagen nach der Geburt schläfrig ist und nicht am Trinken interessiert zu sein scheint, sollte es mindestens alle zwei bis drei Stunden zum Trinken geweckt werden. Die Mutter sollte das Kind regelmäßig zum Stillen aufwecken, so dass es eine ausreichende Milchmenge erhält und die Mutter unangenehmen Milchstau vermeiden kann.

2. Vorbeugung einer Brustdrüsenschwellung

So lässt sich Brustdrüsenschwellung vermeiden. 

1) Das Stillen sollte bald nach der Geburt beginnen.

2) Das Kind sollte korrekt angelegt werden: Wenn das Baby in einer guten Stillposition angelegt wird, die Brust richtig erfasst, häufig und uneingeschränkt gestillt wird, kann eine anfängliche Brustdrüsenschwellung vermieden werden.

3) Häufiges Stillen und Anlegen (8-12 x innerhalb von 24 Stunden) entleert das Kolostrum und die einschießende Milch in den Alveolen, so dass das Risiko von Völlegefühl oder Milchstau vermindert wird.

4) Bei einer Trennung von Mutter und Kind, sollte die Frau zum ersten Anlegen die Brust entleeren (z.B. Abpumpen) und später beim regelmäßigen Entleeren der Brust unterstützt werden.

5) Das Stillmanagement sollte überprüft werden, wenn das Kind innerhalb von 12 Stunden noch nicht getrunken hat.

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3. Behandlung bei verstärkter Brustdrüsenschwellung (Milcheinschuss)

  • Zur Linderung eines ausgeprägten Milcheinschusses, stillen Sie Ihr Baby so oft es möchte.

  • Warme Kompressen: Legen Sie vor dem Stillen im Bereich der Brustwarze für kurze Zeit warme Kompressen auf. Drücken Sie vorsichtig etwas Milch aus, das macht den Warzenhof weicher.

  • Sanfte Brustmassage: Eine zusätzliche sanfte Massage unterstützt das Aufstellen der Brustwarze. Nehmen Sie die Brust in die Hand und massieren Sie sie sanft. Dies entspannt die Muskelzellen um die Milchbläschen, die Brust wird deutlich weicher.

  • Entleeren Sie den Bereich um den Warzenhof von Hand, damit das Kind genügend Gewebe im Mund erfassen kann und nicht nur die Mamille in den Mund nimmt.

  • Es ist wichtig, auf korrektes Anlegen des Babys zu achten.

4. Risiken

Wenn eine starke Brustdrüsenschwellung nicht behandelt wird, kann dies zu einer geringen Milchproduktion (Laktation) führen. Die Milchansammlung in den Milchbläschen drückt die milchbildenden Zellen zusammen und verlangsamt die Milchbildung. Das kann schnell zu einem Milchmangel führen.

Eine nicht ausreichend behandelte Brustdrüsenschwellung kann sich schließlich sogar zu einem Milchstau entwickeln. Dieser wiederum - wenn er nicht behandelt wird - in eine Mastitis, wobei eine Mastitis in den ersten 2 Wochen selten auftritt (Lawrence, 1999).

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Quellen:
Harder, Ulrike & Friedrich, Jule (2014): Wochenbettbetreuung in der Klinik und zu Hause. Hippokrates Verlag.
Stiefel, Andrea & Geist, Christine & Harder, Ulrike (2013): Hebammenkunde. Lehrbuch für Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Beruf. Hippokrates Verlag. Stuttgart.
Mohrbacher, Nancy & Stock, Julie (1997): Handbuch für die Stillberatung. Stillende Mütter fachlich kompetent und einfühlsam begleiten. La Leche League International Verlag.

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