Stillen nach einer Brustvergrößerung

Brustoperation und Laktation

Zur Brustvergrößerung gibt es verschiedene Operationstechniken und Schnittführungen © Henrie - Fotolia.com

Viele Frauen machen sich Gedanken über eine eventuelle Brustvergrößerung und denken auch über mögliche Folgen nach.

Frauen entscheiden sich aus verschieden körperlichen und psychologischen Gründen für eine Vergrößerung der Brüste.

Die Brust wird bei der Operation nicht in ihrer Funktion verändert, sondern nur in der Größe.

Zur Brustvergrößerung gibt es verschiedene Operationstechniken und Schnittführungen. Aus medizinischer Sicht können auch Frauen mit Brustimplantaten erfolgreich stillen.

1. Infrasubmammäre Schnittführung

Bei "infrasubmammärer" Schnittführung wird zunächst in die Brustumschlagfalte geschnitten, um anschließend ein Implantat einzusetzen (Brustimplantate werden entweder hinter der Drüse oder hinter Drüse und Muskel platziert).

Vorteilhaft ist hier, dass Mamille, Areola, Milchgänge und Milchdrüsen in der Regel nicht verletzt werden. Darüber hinaus müssen Frauen aufgrund eines solchen Eingriffs nicht unbedingt mit Schwierigkeiten in der Stillzeit rechnen. Dennoch können aber z.B. Wundheilstörungen auftreten. 

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2. Periareolare Schnittführung

Bei der Brustvergrößerung wird üblicherweise die periareolare Schnittführung eingesetzt. Hierfür wird ein Halbkreis um die untere Areola gezogen. Bei dieser Technik ist zwar der Schnitt kaum sichtbar, es besteht aber ein deutlich höheres Risiko für den Verlust der Stillfähigkeit, da wichtige Nerven und Milchgänge geschädigt werden könnten.

In einigen Studien zeigte sich außerdem, dass eine geringe Milchbildung bei Frauen nach einer Brustvergrößerung häufiger auftritt als bei Frauen ohne Brustvergrößerung.

Werden die Milchgänge verletzt kann es später beim Stillen zur Komplikationen kommen: Entweder kann sich die Milch nur dort entleeren, wo die Milchgänge intakt sind, oder der Milchspendereflex ist durch Nervenschädigungen beeinträchtigt. Dort, wo die Milchgänge nicht intakt sind, kann es zu einem Milchstau kommen.

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3. Folgen

Zu möglichen Komplikationen zählen unter anderem Schmerzen, ein hartes bis unangenehmes Gefühl sowie die Tastbarkeit oder Verlagerung des Implantats.

Ärzte und Experten vertreten die Meinung, dass eine Brustvergrößerung nach abgeschlossener Familienplanung grundsätzlich vorteilhafter ist.

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Quellen:
Biancuzzo, Marie (2005): Stillberatung. Mutter und Kind professionell unterstützen. Urban & Fischer Verlag.
Deutscher Hebammenverband (2012): Praxisbuch: Besondere Stillsituationen. Hippokrates Verlag Stuttgart.

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