Scheidenpilz in der Schwangerschaft

Gefährlich für mein Kind?

Kann der Scheidenpilz aufs Kind übertragen werden?
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Werdende Mütter, die an einem Scheidenpilz erkranken, sind oft ziemlich beunruhigt. Sie befürchten manchmal, dass der Pilz gefährlich für das Ungeborene sein könnte.

Was ist ein Scheidenpilz überhaupt?

Die Scheide ist nie frei von Keimen wie z. B. den Bakterien oder Pilzen. Das ist völlig normal und natürlich. Einer gesunden und widerstandsfähigen Vagina macht dies aber nichts aus. Mithilfe ihres ausgeklügelten Abwehrsystems, der Milchsäurebakterien, hält sie ihre unbeliebten Mitbewohner in Schach und hindert sie daran sich auszubreiten. 

Durch eine Hormonumstellung (Schwangerschaft, Menopause …) sowie auch durch andere Einflüsse (z. B. Stress) kann die Anzahl der Milchsäurebakterien reduziert werden. Die Pilze, die nun weniger Gegenspieler haben, können sich jetzt vermehren. Wenn die Vaginalpilze sich stark vermehrt haben und die anderen Scheidenbewohner dominieren, spricht man vom Scheidenpilz, der meist vom Hefepilz Candida albicans ausgelöst wird.

Informationen zur Stillzeit

Welche Symptome treten beim Scheidenpilz auf?

Ganz typisch für eine Scheidenpilzerkrankung ist der krümelig-weiße Ausfluss (erinnert an Quark oder Hüttenkäse), der von zum Teil äußert starkem Juckreiz begleitet wird. Auch kann man auf den Schleimhäuten meist weiße Beläge, die sogenannten Soorbeläge erkennen. Je nach Schweregrad der Pilzerkrankung kann die Haut in und um den Intimbereich wund/ gerötet sein und sogar abgehen.

Warum tritt der Scheidenpilz in der Schwangerschaft so häufig auf?

Der Scheidenpilz ernährt sich von Zellzuckern aus den Schleimhautzellen. Während der Schwangerschaft findet er ein reichhaltiges Nahrungsangebot vor, da sich der Glukosegehalt der Zellen durch die Hormonumstellung ändert. Wenn nun auch noch die Anzahl der Milchsäurebakterien, die normalerweise einen Teil des Zellzuckers zu Milchsäure vergären, verringert ist, stellt die Vagina ein Schlaraffenland für den Pilz dar.

Ist der Scheidenpilz gefährlich für mein Kind?

Solange Ihr Baby im Bauch ist, kommt es mit dem Scheidenpilz nicht in Kontakt. Während der Geburt allerdings kann der Scheidenpilz auf das Kind übertragen werden. Es kann dann an Mund-bzw. Windelsoor erkranken, was bei rechtzeitiger Behandlung in der Regel unangenehm aber harmlos ist. Unangenehm deshalb, weil bei Babys, die an Mundsoor erkrankt sind, oft Stillprobleme auftreten und sich Mutter und Kind immer wieder gegenseitig anstecken können. Es ist also auf alle Fälle sinnvoll, dem Scheidenpilz vorzubeugen. Wie Sie das tun können, erfahren Sie hier.

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Kommentar von Dani |

Danke für die guten Infos :)

Gruß
Dani

Kommentar von David Vitiligo |

Verschwindet der Pilz nach der Schwangerschaft eigentlich von alleine, oder muss nachgeholfen werden?

Antwort von Nancy Wunger

Hallo David,

danke für Deine Frage!

Schon in der Schwangerschaft sollte die Pilzinfektion behandelt werden, in Absprache mit dem behandelnden Arzt.

In Untersuchungen zeigte sich, dass die Häufigkeit, in der Schwangerschaft an einer vaginalen Pilzinfektion zu erkranken

etwas höher liegt, Gründe sind im Artikel beschrieben. Es gibt allerdings auch Frauen, die häufiger von Pilzinfektionen betroffen sind und diese können vorbeugen, indem sie auf ihre Ernährung, Stressreduktion, dem pH-Wert entsprechende Hygiene, atmungsaktive Unterhosen achten und auch ihre Laktobazillen mit geeigneten Produkten stärken, um einer Dysbalance der Mikroorganismen im Vaginalbereich entgegenzuwirken.

Informationen dazu bieten wir unter https://www.multi-gyn.de/scheidenpilz.html

Beste Grüße,

Nancy Wunger

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