Milchstau: Vorbeugung und Behandlung

Verstopfte Milchgänge

Bei verstopften Milchgängen staut sich die Milch um die Areola © detailblick - Fotolia.com

Wunde Brustwarzen sowie Mamillenprobleme können am Anfang der Stillzeit jederzeit auftreten und das Trinken an der Brust erschweren. Zu den meist später auftretenden Schwierigkeiten gehören verstopfte Milchgänge (Milchstau), Mastitis (Brustentzündung), ein Brustabszess oder Candidose (Soor).

Wie kann ich eine Brustentzündung verhindern? Warum verstopfen Milchkanäle? Kann man bei Mastitis weiter stillen? Was hilft gegen Mastitis?


1. Was sind verstopfte Milchgänge (Milchstau)?

Bei verstopften Milchgängen staut sich die Milch um die Areola in einem oder mehreren Milchgängen und die Brust kann nicht richtig entleert werden. In der Brust bilden sich Knoten und so entsteht eine rote, berührungsempfindliche Stelle. Innerhalb von 12 bis 24 Stunden, in denen der Milchkanal verstopft ist, beginnt die „entzündliche Mastitis“.

Zu den typischen Symptomen gehören starke Schmerzen, Druckempfindlichkeit, Fieber, Schüttelfrost sowie ein allgemeines Krankheitsgefühl.

2. Was sind die Gründe für einen Milchstau?

  • Ein häufiger Grund für den Milchstau stellt die ungenügende Entleerung der Brust dar, z.B. wenn das Baby nicht stark genug bzw. nicht wirkungsvoll saugt.

  • Ein zu enger Still-BH oder eine Salbe/Creme, die auf die Brustwarze (Mamille) aufgebracht wird, können auch zu einer Verstopfung der Milchkanäle führen.

  • Ein Milchstau ist kein Problem für das weitere Stillen, er kann aber zu einer Mastitis, d.h. Brustentzündung führen, wenn er nicht rechtzeitig behandelt wird.

  • Stress, Müdigkeit und psychische Anspannung blockieren das Hormon Oxytocin und die Auslösung des Milchspendereflexes.

  • Stoß- oder Druckeinwirkung von BH oder Tragetuch auf einzelne Milchkanäle können den Milcheinfluss ebenfalls behindern. Eine Hyperlaktation und ein verzögerter Milchspendereflex erhöhen die Gefahr eines Milchstaus.

  • Bei Milchbläschen an der Brustwarze wird der Milchgang mechanisch verschlossen. Dies erschwert dem Baby das Saugen. Das Stillen fühlt sich unangenehm an.

  • Eine Ablagerung von fettigem oder abgestorbenem Hautmaterial in der ausgestrichenen Milch oder in der Öffnung des Brustwarzenkanals kann auch Ursache für die Verstopfung sein.

  • Die falsche Verwendung von bzw. schlechte Milchpumpen können die Brust nicht immer effektiv entleeren und gleichzeitig die Entstehung von Milchbläschen stimulieren. Probieren Sie einen Wechsel der Pumpe oder des Aufsatzes, Handausstreichen oder das Abpumpen mit einer Handmilchpumpe.

4. Tipps zur Vorbeugung vom Milchstau

  • Tragen Sie einen bequemen Still-BH, der gut passt und Ihre Brust nicht einzwängt oder drückt.

  • Durch häufiges Anlegen des Kindes lassen sich verstopfte Michgänge leicht vermeiden.

  • Ein Wechsel der Stillpositionen kann die Entleerung der Brust auch deutlich verbessern.

  • Wenn das Stillen sehr schmerzhaft ist, können Sie die Brust mit einer elektrischen Milchpumpe abpumpen oder die Brust mit der Hand ausstreichen.

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5. Vorbeugung und Behandlung von Milchstau

Hot-Cold-Pack für die entzündete Brust

Das Temperature Pack bietet Ihnen schnelle Hilfe und wohltuende Linderung bei Milchstau, damit Sie Ihrem Baby auch weiterhin das Beste geben können. Warme Temperature Packs lindern die Schmerzen und fördern die Auslösung des Milchspendereflexes. Kalte Temperature Packs verursachen hingegen eine Gefäßverengung und können das Wohlbefinden erhöhen.

Eine großzügige Aussparung verhindert den Kontakt zur empfindlichen Brustwarze und der weiche Textilüberzug schützt die Haut. Das Temperature Pack ist als Wärme- und Kältekompresse anwendbar und hilft gegen Entzündung.

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Quellen:
Muß, Karin (2005): Stillberatung und Stillförderung. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart.
Gätje, Regine & Eberle, Christine (2011): Kurzlehrbuch Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme Verlag

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