Milchstau- Ein echtes Stillproblem?

Milchstau-Vorbeugung und Behandlung

Milchstau

Plötzlich fühlst Du Dich müde und erschöpft, hast das Gefühl, krank zu werden. Deine Muttermilch fließt nicht so gut, wie bisher und Du erkennst an Deiner Brust ein Rötung, die sich unangenehm anfühlt. Was ist passiert?

In den ersten zwölf Wochen nach der Geburt kann es häufiger zu einem Milchstau kommen, später dann eher seltener. Wenn Du einen unangenehmen Druck spürst, eine Rötung mit Verhärtungen an Deiner Brust bemerkst und Deine Muttermilch sich nur schwer entleeren lässt, ist das ein Zeichen für den Milchstau. Du kannst grippeähnliche Symptome haben und Fieber bekommen. 

Was sind die Ursachen für einen Milchstau?

In den ersten Wochen bildet Deine Brust sehr viel Muttermilch und das Brustdrüsengewebe ist stark gefüllt. Wenn Dein Baby eine längere Pause einlegt, die Brust nicht entlastet wird, kann es zu dieser Stausituation kommen. Aber auch das korrekte Anlegen kann einen Einfluss auf die Entleerung Deiner Brust haben. Wenn Dein Baby Deine Brust nicht korrekt erfassen kann, wird die Muttermilch über einen längeren Zeitraum unzureichend fließen und der Druck in Deiner Brust wird nur geringfügig reduziert. Auch die Stillhaltungen nehmen Einfluss. So solltest Du über den Tag möglichst zwischen der Wiegehaltung und der Rückenhaltung, auch Fußballhaltung genannt, wechseln. An der Stelle, wo der Unterkiefer Deines Kindes platziert wird, erfolgt eine optimale Massage, die für einen besseren Milchgewinn und zur Entspannung im Brustdrüsengewebe führt. Weitere Ursachen können folgende sein: Ein zu eng anliegender Still-BH, ein Still-BH mit Bügeln, Einengung der Brust durch ein Tragetuch, Schmerzen beim Stillen und Stress.

Wie kannst Du den Milchstau beseitigen?

Die beste Variante ist, mit Deinem Baby im Bett zu bleiben und es vorwiegend auf der betroffenen Seite zu stillen. Stelle Dir am besten eine Thermoskanne mit warmem Wasser und eine kleine Schüssel mit Tüchern bereit. So kannst Du vor dem Anlegen Deine Brust wärmen und den Milchfluss unterstützen. Nach dem Stillen kannst Du auch kühlen, wenn es Deinem Bedürfnis entspricht. Geeignet sind hierfür kalte Tücher, Weißkohlblätter oder Quarkwickel. Die Weißkohlblätter sind besonders gut geeignet. Rolle sie vor der Verwendung mit einem Nudelholz, denn so können die wertvollen, entzündungshemmenden Enzyme auf Deiner Brust freigesetzt werden. Du kannst sie in Deinem BH tragen und jederzeit gegen kühlere Blätter austauschen.Getränke und kleine Snacks solltest Du ebenfalls in Reichweite haben.Trinke viel und nimm zusätzlich Vitamin C ein. Schlafe immer dann, wenn Dein kleines Mäuschen schläft, um Dich auszuruhen und zu erholen.

Sollte Dein Baby nicht ausreichend die Muttermilch über das Stillen entleeren können, kannst versuchen, von Hand zu entleeren. Achte bitte dabei auf eine sanfte Vorgehensweise, um Deine Brust zu schonen!

Wie lange dauert der Milchstau?

Insgesamt sollten die Beschwerden nach 24 Stunden rückläufig sein. Die Schwellung in Deiner Brust kann noch einige Tage spürbar sein. Die Rötung sollte allerdings innerhalb von 48 Stunden abklingen. Halten alle Beschwerden länger als zwei Tage an, solltest Du Dich unbedingt in ärztliche Behandlung begeben. Der Übergang vom Milchstau in eine Brustentzündung kann sehr fließend sein und muss behandelt werden.

Wie kannst Du dem Milchstau vorbeugen?

Reduziere möglichst Stress und ruhe Dich regelmäßig aus! Die ersten Wochen mit Deinem Baby können Dich stark beanspruchen und zu Erschöpfung führen. Nutze also bitte auch am Tage das Stillen, um zur Ruhe zu kommen. Lege Dich ab und zu mit Deinem Baby ins Bett und schlafe nach dem Stillen ein. Achte auf eine vitaminreiche Ernährung und ergänze Dein Essen mit verschiedenen pflanzlichen Ölen. Sollte Dein Baby nachts eine längere Schlafphase als 6 Stunden einlegen, dann darfst Du es aufwecken und stillen. Achte auf einen gut sitzenden BH und trage möglichst lockere Kleidung im Bereich Deiner Brust. Vermeide Einschnürungen im Brust und Achselbereich durch ein Tragetuch. Solltest Du Schmerzen beim Stillen haben oder unter Schmerzen aufgrund von Geburtsverletzungen leiden, nimm Kontakt mit Deiner Hebamme oder Stillberaterin auf.

Ich wünsche Dir und Deinem kleinen Wunder eine kuschelige, "staufreie" Stillzeit!

Deine Nancy

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