Hausgeburt- Was Corona verändert hat

Schwangerschaft und Geburt in Coronazeiten 2.0

Hausgeburt in Coronazeiten

Herzlichen Glückwunsch zu Deiner Schwangerschaft, herzlichen Glückwunsch zur Geburt Deines kleinen Wunders!

 

Freue Dich auf Dein Abenteuer Schwangerschaft und Geburt, denn trotz der besonderen Umstände bist Du guter Hoffnung und es gibt allen Grund dazu! In der aktuellen Coronazeit kann es eine größere Herausforderung darstellen, Eltern zu werden. Aufgrund der bestehenden Kontaktbeschränkungen und Hygienekonzepte sind die Angebote rund um die Schwangerschaft und Geburt oft nur eingeschränkt möglich. Die Vorsorgeuntersuchungen in der gynäkologischen Praxis können derzeit nur ohne Begleitperson stattfinden. Die Hebammen sind sehr bemüht, die hilfreichen Angebote rund um die Schwangerschaft und Geburt auch online kompetent umzusetzen und haben sich schnell auf diese neuen Hygieneanforderungen eingestellt. Trotzdem fehlt der persönliche Kontakt, der Austausch mit anderen werdenden Eltern und die Kurse nach der Geburt, wie z.B. Rückbildung, Babymassage oder Babyschwimmen, auf die Du Dich schon sehr gefreut hast. Hier haben wir für Dich alle Veränderungen und Besonderheiten, die Corona mit sich bringt zusammengefasst.

Der besondere Moment der Geburt in Coronazeiten

 

Aufgrund notwendiger Infektionsschutzmaßnahmen gibt es in den Geburtskliniken verschiedene Regelungen. Meist ist es jedoch möglich, gemeinsam mit einer vertrauten Person im Kreißsaal gemeinsam die Geburt zu erleben, allerdings oft nicht den gesamten Verlauf. Der anschließende Aufenthalt in Zweisamkeit auf der Entbindungsstation ist aktuell eher nicht erlaubt und die Besuchszeiten der Kliniken sind bindend. Erkundige Dich in Deiner Geburtsklinik zu den aktuellen Regelungen. Hier wäre für Euch eventuell eine ambulante Geburt in Erwägung zu ziehen. Ihr könntet dann ca. 4 Stunden nach der Geburt Eures kleinen Wunders nach Hause entlassen werden, allerdings sind hierfür folgende Voraussetzungen notwendig. Ihr benötigt einen Kinderarzt trotz Corona, der die U2, also die zweite Vorsorgeuntersuchung durchführt und eine Hebamme, die regelmäßig nach Euch schaut. Eine Alternative wäre eine Hausgeburt. Da nur noch wenige Hebammen die Hausgeburten aufgrund der hohen Versicherungsprämien anbieten, musst Du sehr früh in der Schwangerschaft Kontakt zu einer Hausgeburtshebamme aufnehmen. In der Coronapandemie haben sich die Zahlen der Hausgeburten erhöht.

Wenn Dein Baby für einen längeren Zeitraum in der Kinderklinik bleiben muss.

Die meisten Kinderkliniken wissen während Corona um die wichtige Eltern-Kind-Bindung, die essenzielle, elterliche Nähe zum Baby, sowie um die gesundheitliche Bedeutung der Ernährung mit Muttermilch, vor allem während der Coronazeit, der kleinen Frühgeborenen und kranken Säuglinge. Daher sollte es in diesem Bereich der Klinik keine Kontakt-Beschränkungen zwischen Eltern und ihrem kleinen Baby geben, allerdings müssen notwendige Hygiene- und Infektionsschutzregelungen eingehalten werden. Selbstverständlich solltet Ihr in diesem Fall selbst die vorgegebenen Kontaktbeschränkungen einhalten, um Euch vor einer Infektion zu schützen. Die Möglichkeiten der Coronaschnelltests sind hier eine hilfreiche und sinnvolle Maßnahme.

Über die Ankunft eines Babys sind alle erfreut und wollen Anteil an dieser besonderen Lebenssituation haben. Wie ist das in Coronazeiten möglich?

Die aktuellen Kontaktbeschränkungen sind einzuhalten, um eine zu massive Ausbreitung des neuen Coronavirus zu vermeiden, aber auch, um sich selbst vor einer Infektion zu schützen.  Wie geht das zusammen mit den Großeltern und dem Freundeskreis? Wenn Du Dich im Wochenbett befindest, solltest Du Dir noch sehr viel Ruhe gönnen, was ein Treffen mit Deinen Lieben außerhalb Deiner vier Wände eher ausschließt. Lass Dich möglichst nur von einem kleinen, überschaubaren Personenkreis, entsprechend der aktuellen Regelungen, der für sich selbst das Infektionsrisiko geringhalten kann, besuchen. Händewaschen, Abstandhalten und vor allem Lüften der Räumlichkeiten sind für Euch wichtige Verhaltensregeln. Wenn Du mit Deinem Neugeborenen mit nur einer Person im selben Raum bist, Dein Besuch zudem einen Mund-Nasenschutz trägt, den Abstand einhält, habt Ihr eine sehr sichere Situation geschaffen. Zusätzliche regelmäßige Schnelltests für Dich und Deine Kontaktpersonen können das Hygienekonzept zusätzlich verbessern.  Ein gesundes Neugeborenes, welches ausschließlich an der Brust gestillt wird und keine anderen Flüssigkeiten erhält, hat einen sehr guten, natürlichen Schutz vor Infektionen.

Großeltern sind so wichtig!

Hier solltet Ihr miteinander die Risiken eines persönlichen Treffens abwägen. Versucht stattdessen technische Lösungen zu finden, die ein visuelles Kennenlernen und regelmäßigen Kontakt ermöglichen. Leben die Großeltern in der Nähe, können sie auch unterstützend tätig sein, indem sie Euch, wenn möglich, Einkäufe abnehmen und bringen oder Euch kulinarisch verwöhnen. Dann wäre ein kurzes persönliches Treffen mit entsprechendem Abstand und weiteren Schutzmaßnahmen denkbar. Mit dem Fortschreiten der Corona-Impfungen werden die Kontakte zu den Großeltern wieder normaler stattfinden können.

Die Technik macht es möglich!

Ob per Mail, in einer WhatsApp-Gruppe oder mithilfe anderer Medien, je nachdem welche für Euch in Frage kommen, könnt Ihr entsprechende Gruppen einrichten, um Euch auszutauschen, aktuelle Schnappschüsse oder kurze Videos zu teilen, sowie per Video zu telefonieren.

Wie sieht es mit dem Besuch beim Kinderarzt aus und kommt die Hebamme zur Nachsorge zu Dir nach Hause?

In den Praxen der Kinderärzte werden die Vorsorgeuntersuchung und Impfung zu speziellen Zeiten terminiert und durchgeführt, sodass es nicht zu einem Kontakt mit anderen kleinen Patienten kommt. Die Praxisräume werden entsprechend gereinigt und desinfiziert, damit die Babys und ihre Eltern geschützt werden. Auch im Fall eines harten Lockdowns steht Euch die kinderärztliche Versorgung zur Verfügung und alle Vorsorgetermine finden statt. Hebammen sind sehr bemüht, die Hausbesuche aufrecht zu erhalten. Wichtig für ihren und Euren Schutz sind folgende Regeln: Mund-Nasen-Schutz, der Besuch sollte nur mit Dir, Deinem Neugeborenen und in Ausnahmefällen mit einem Geschwisterkind in einem gut gelüfteten Zimmer stattfinden. Voraussetzung ist, dass zu der Zeit in Deinem Haushalt kein Fall von Covid-19 oder anderen Erkältungssymptomen auftritt. Sollte dies der Fall sein, wird Deine Hebamme für Euch eine individuelle Betreuung ermöglichen. Nutzt trotz der Besonderheiten alle Angebote von Hebammen, Ärzten und allen anderen medizinischen Fachbereichen, um Eure und die Gesundheit Eurer Kinder bestmöglich zu gewährleisten!

Stillgruppen oder Mutter-Kind-Gruppen fehlen.

Du hast das Bedürfnis nach Austausch mit anderen Müttern und fühlst Dich isoliert? Dann schaue Dich zum Beispiel bei Facebook, Instagram um oder frage bei Deiner Hebamme oder Stillberaterin nach, welche unterstützenden Online-Angebote es momentan für Dich gibt.

Du hast noch Anfangsschwierigkeiten mit dem Stillen und keine Hebamme gefunden?

Erste Hilfe, um die Bildung Deiner wertvollen Muttermilch in Schwung zu bringen oder aufrecht zu erhalten wäre eine gute elektrische Milchpumpe. Diese kannst Du per Rezept, welches Du zur Klinikentlassung erhältst oder auf Nachfrage von Deiner GynäkologIn bekommst, ausleihen oder auch in einer kleineren, mobilen Ausführung online kaufen. Zusätzlich solltest Du in diesem Fall nach einer Stillberatung in Deiner Nähe suchen oder aktuelle Online-Angebote nutzen. Gib nicht auf, denn es gibt immer eine Lösung und der Start kann manchmal holprig sein!

Fluch oder Segen?

Die Pandemie bringt sicher sehr viele Einschränkungen mit sich, die vor allem in dieser besonderen Lebensphase durchaus bedauerlich sind, aber die Coronazeit ermöglicht wiederum ein ruhiges, ungestörtes Wochenbett. Anrufe oder Nachrichten können beantwortet werden, wenn es zeitlich passt. Mit einem Überraschungsbesuch ist aktuell nicht zu rechnen. Also nutzt diese ruhigen Zeiten und genießt diese Phase für das Kennenlernen und Kuscheln. Nutzt alle unterstützenden Online-Angebote, die Euch zusätzliche Wege ersparen und unnötige Kontakte vermeiden. Solltet Ihr unterwegs sein, ist vor allem in dieser besonderen Zeit das Tragen in einem Tragetuch oder einer Tragehilfe ein zusätzlicher, optimaler Schutz vor Infektionen, unter Einhaltung aller anderen Hygienemaßnahmen.

 

Halte durch, bleibe gesund und erfreue Dich an Deinem kleinen Wunder!

Ich wünsche Dir eine kuschelige Stillzeit,

Deine Nancy

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