Grünes Fruchtwasser in der Schwangerschaft

Ursachen für grünes Fruchtwasser

Wenn grünes Fruchtwasser abgeht, weist dies auf einen früheren oder aktuellen Sauerstoffmangel des Babys hin. © nadezhda1906 - Fotolia.com

Grünes Fruchtwasser ist ein äußerst wichtiges Zeichen, das immer ernstgenommen werden sollte. Es deutet darauf hin, dass das Kind seinen ersten Stuhlgang bereits in der Gebärmutter abgesetzt hat, anstatt bis nach der Geburt damit zu warten.

Es besteht nun Gefahr, dass sich Partikel des sehr eiweißhaltigen Fruchtwassers in den Atemwegen festsetzen und dann einen optimalen Nährboden für Erreger nach der Geburt bieten. Vorzeitiger Stuhlgang des Kindes heißt in der Regel: Das Baby hat oder hatte Stress.

Warum ist das Fruchtwasser grün?

Bei einer Darmentleerung des ungeborenen Babys löst sich das grünschwarze Mekonium (Kindspech) im Fruchtwasser auf und verfärbt dieses je nach Stuhlmenge grünlich bis grün. Die Häufigkeit des grünen Fruchtwassers liegt bei 12 % aller Geburten, bis zu 20 % bei Terminüberschreitung. Dickes grünes Fruchtwasser entsteht, wenn nur wenig Fruchtwasser vorhanden ist.

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Worauf weist grünes Fruchtwasser hin?

Wenn grünes Fruchtwasser abgeht, weist dies auf einen früheren oder aktuellen Sauerstoffmangel des Babys hin. Wenn das der Fall ist, sorgt das Rettungssystem im Körper des Kindes dafür, dass die wichtigsten Organe wie das Gehirn weiterhin optimal versorgt werden.

Durch einen kurzfristigen Sauerstoffmangel werden Darmbewegungen ausgelöst, die den ersten Stuhlgang des Babys, das "Kindspech", ins Fruchtwasser drücken. In diesem Fall sollten so schnell wie möglich die Herztöne kontrolliert werden, um sicherzustellen, dass das Baby nicht in Gefahr ist.

Sehr oft kommt diese Situation jedoch vor, ohne dass das Kind wirkliche Probleme im weiteren Verlauf der Schwangerschaft hat.

Ursachen für grünes Fruchtwasser

Eine der häufigsten Ursachen für das grüne Fruchtwasser ist ein früherer oder aktueller Sauerstoffmangel des Kindes (z.B. durch Nabelschnurkompression oder Plazentainsuffizienz).

Grünes Fruchtwasser kommt oft bei langen und schwierigen Geburtsverläufen, Mehrlingen, Infektionen, mütterlichen Erkrankungen (Hypertonie, Diabetes melitus) vor.

Grünes Fruchtwasser ohne Wehentätigkeit wird oft nach einem vorzeitigen Blasensprung festgestellt, dickes grünes Fruchtwasser kann evtl. im Ultraschall erkannt werden.

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Beim vorzeitigen Blasensprung

Blasensprung nennt man das spontane Zerreißen der Eihäute mit nachfolgend abfließendem Fruchtwasser. Ein Blasensprung vor dem Beginn zervixwirksamer Eröffnungswehen wird als vorzeitiger Blasensprung bezeichnet. Meist setzen danach innerhalb von 24 Stunden spontane Geburtswehen ein, es besteht jedoch die Gefahr einer aufsteigenden Infektion.

Beim vorzeitigen Blasensprung bemerkt die Frau einen Abgang von wenig bis viel farbloser Flüssigkeit, den sie nicht zurückhalten kann. Etwa 10 % bis 20 % aller Geburten beginnen mit einem vorzeitigen Blasensprung. Häufige Ursachen dafür sind:

  • Infektionen des unteren Eipols

  • vorzeitige Zervixreifung

  • Eine Überdehnung der Gebärmutter durch eine Mehrlingsschwangerschaft

Im Fall von grünem Fruchtwasser wird eine kontinuierliche CTG-Überwachung empfohlen und eine baldige Geburt durch Einleitung der Wehen angestrebt.

Quellen:
Andrea Stiefel (2012): Hebammenkunde: Lehrbuch für Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Beruf. Thieme Verlag.
Kerstin Steiner (2013): Blickdiagnosen in Geburtshilfe und Neonatologie. Thieme Verlag.
Silvia Höfer (): Hebammen-Gesundheitswissen. GU Verlag.

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