Eisenmangel beim gestillten Kind?

Fotolia©Elroi

Immer wieder wird vor einem Eisenmangel beim gestillten Kind gewarnt und so kommt es dazu, dass Eltern verunsichert sind, wenn die Kinder nicht unkompliziert mit der Beikost beginnen.

Was ist Eisenmangel?

Hier muss ganz klar unterschieden werden. Eine Eisenmangelanämie wird aufgrund des niedrigen Hämoglobinwerts diagnostiziert. Einen tatsächlichen Eisenmangel kann man nur feststellen, wenn das Serum-Ferritin, Eisen und die Transferrin-Sättigung bestimmt werden. Alle Parameter stehen in Verbindung miteinander und sind auch zum Teil beeinflussbar und können entsprechend schwanken. Aus diesem Grund reicht die Bestimmung nur eines Parameters nicht aus. Müdigkeit, Erschöpfung und eine stagnierende Entwicklung können auf einen Eisenmangel hinweisen.

 

Warum steigt das Risiko für einen Eisenmangel bei Kindern nach dem 6. Lebensmonat?

Ein reifgeborenes Baby kommt mit gefüllten Eisenspeichern auf die Welt, die bis zum 4./5. Lebensmonat ausreichen. Da die Kinder in dieser Zeit und auch über das erste Lebensjahr hinaus ein schnelles Wachstum aufweisen, besteht das Risiko eines Eisenmangels. Die Muttermilch weist sehr niedrige Eisenwerte gegenüber anderen Säuglingsnahrungen auf.

 

files/ardo/blog/CTAs_DE/easy-freeze-einfrieren-muttermilch.jpg

 

Was sagen Studien dazu?

Es wurden und werden weiterhin Untersuchungen zu diesem Thema durchgeführt und es gibt Überlegungen, ob die Referenzwerte der Laborparameter angepasst werden müssen. Grundsätzlich lauten die Empfehlungen 6 Monate ausschließlich zu stillen und dann mit der Einführung der Beikost zu beginnen. Es sollte im ersten Lebensjahr möglichst auf Kuhmilch verzichtet werden und unter weiterführendem Stillen auch glutenhaltige Kost im 7. Lebensmonat eingeführt werden. Kinder, die gestillt werden, nehmen aus der Muttermilch 50 % des Eisens auf, wohingegen aus der künstlichen Säuglingsnahrung nur 5 % aufgenommen werden können. Ein Eisenmangel ist bei gestillten Kindern eher selten. So reichen die vorhandenen Speicher eines Neugeborenen kombiniert mit der leichten Verfügbarkeit des Eisens aus der Muttermilch bis ins zweite Lebenshalbjahr hinein, um den Hämoglobinwert in der Norm zu halten.

Eine Studie untersuchte Babys, die 7 Monate und länger ausschließlich gestillt wurden und fanden keinen Fall einer Anämie innerhalb des ersten Lebensjahres. Die Hämoglobinwerte lagen bei dieser Gruppe im Alter von einem Jahr sogar höher, als bei den Babys, die schon vor dem 7.Monat Beikost erhielten. In Finnland wurden 9 Monate alte Babys, die ausschließlich gestillt wurden untersucht und selbst in diesem Alter lag das Risiko für einen Eisenmangel bei weniger als 25 %.

 

Gibt es besondere Risikogruppen?

Kinder von Schwangeren mit Eisenmangel, Frühgeborene und Kinder die weit über den 6. Monat hinaus die Beikost ablehnen. Hier sollte jede Mutter besonders aufmerksam sein und sicherheitshalber eine Kontrolle durchführen lassen.

 

Fazit:

Im Ideal fall sollte 6 Monate ausschließlich gestillt und erst dann mit der eisenhaltigen Beikosteinführung begonnen werden. Sollten Euch Symptome wie Müdigkeit, schnelle Erschöpfung, Entwicklungsverzögerungen bei Eurem Kind auffallen oder Ihr unsicher sein, dann sucht bitte umgehend den Kinderarzt auf und lasst eine Laborkontrolle durchführen. Stillende Mütter sollten sich vollwertig ernähren, um für sich eine optimale Nährstoffversorgung zu sichern. Die Einnahme von Präparaten sollte nur nach ärztlicher Verordnung erfolgen. Die Ernährung der stillenden Mutter, sowie auch die Einnahme von Präparaten hat keinen Einfluss auf den Eisengehalt der Muttermilch.

Ich wünsche Euch eine kuschelige Stillzeit,

Eure Nancy

files/ardo/blog/Blogbilder-Nancy/NW-Ardo-Blog-Bild1.jpg

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Hinweis: Die Inhalte im ARDO-Blog spiegeln persönliche Meinungen und Inhalte der jeweiligen Autoren wider. Es handelt sich um journalistische, nicht zwangsläufig ärztliche Abhandlungen. Fehler, Irrtümer und Falschaussagen können nicht ausgeschlossen werden. Um bestmögliche und stets aktuelle Prüfung sind wir selbstverständlich bemüht. Beachten Sie bitte auch, dass das Lesen eines Blogartikels keinesfalls einen Arztbesuch ersetzt. Wir empfehlen Ihnen daher dringend grundsätzlich bei Beschwerden einen Arzt aufzusuchen. Kommentare werden nach redaktioneller Prüfung nach Möglichkeit beantwortet.