Don`t worry be happy!

Wenn das Stillen mal nicht funktioniert.

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In der Schwangerschaft hast Du Dir Gedanken zum Stillen gemacht. Es sollte die innigste, schönste Zeit mit Deinem Baby sein, doch jetzt ist alles anders, als gedacht.

Häufige Gründe für Stillschwierigkeiten sind Schmerzen beim Stillen, mangelnde Gewichtszunahme beim Säugling, Muttermilchmangel, verletzte Brustwarzen und Saugprobleme beim Baby. Schnell befinden sich Mutter und Baby in einem sogenannten "Teufelskreis", der zu Stress und Belastungen führen kann und dringend Lösungen benötigt.

Schmerzen beim Stillen

Das Stillen eines Neugeborenen schmerzt nicht, auch wenn häufig behauptet wird, dass die mütterliche Brust sich erst an die neue Aufgabe gewöhnen muss. Die weibliche Brust ist für die Ernährung des Nachwuchses gedacht und für diesen Zweck perfekt ausgestattet. Sind Schmerzen vorhanden, dann ist das ein Alarmsignal und folgende Gründe können die Ursache sein:

  • Unzureichende Mundöffnung des Babys beim Anlegen aufgrund von Weinen, späten Stillzeichen, hohem Muskeltonus, unbequeme Stillhaltung für das Baby
  • anatomische Besonderheiten im Mund des Babys
  • anatomische Besonderheiten der mütterlichen Brust (eher selten)
  • frühe Zufütterung, Beruhigungssauger
  • mütterliche Erkrankungen
Schmerzen beim Stillen können weitere Probleme nach sich ziehen. Wenn Deine Brustwarzen verletzt sind, kann dies eine Eintrittspforte für Keime sein und zu Entzündungen der Brust führen. Schmerzen sorgen für die Ausschüttung von Stresshormonen, die wiederum die milchbildenden Hormone reduziern können, was dann zu einer mangenden Muttermilchbildung führen kann. Saugt Dein Baby nicht korrekt an Deiner Brust, kann dies zu Unruhe führen und zu einer geringen Aufnahme an Muttermilch, was dann eine mangelnde Gewichtsentwicklung zur Folge haben kann. Wird eine geringe Muttermilchmenge in der Brust bestellt, wird auch nur die abgerufene Menge neu gebildet.
 

Zu wenig Muttermilch

Die ersten 10 Tagen nach der Geburt sind bedeutend für eine optimale Programmierung der Muttermilchmenge. In dieser Phase können Fehlinformationen, mütterlicher Stress, die Trennung von Mutter und Baby, ein falsches Saugmuster des Neugeborenen, sowie zu frühes Zufüttern oder der Einsatz eines Beruhigungssaugers zu Problemen der Laktation (Milchbildung) führen.

Der Mangel an Muttermilch ist ein sehr häufig diskutiertes Thema, aber nicht in allen Fällen auch wirklich ein Problem. Ein Muttermilchmangel wird zum Beispiel vermutet, wenn Babys sehr unruhig sind, obwohl sie kurz zuvor gestillt wurden. Dieses Verhalten tritt häufig in Wachstums-und Entwicklungsschüben auf oder beim abendlichen Clusterfeeding oder aber, wenn die Dauer der Stillmahlzeit von aussen festgelegt wird, das Baby also nicht selbständig sein Bedürfnis stillen darf. Wie Du siehst,kann es auch Mißverständnisse geben.

Gibt es tatsächlich einen Mangel an Muttermilch, zeigt sich dies am Ausscheidungsmuster Deines Babys und an der unzureichenden Gewichtszunahme. Hier wird meist der unterstützende Einsatz einer elektrischen Milchpumpe notwendig, aber vor allem die Ursachenforschung sollte betrieben werden.

Kontaktiere in diesem Fall Deine Nachsorgehebamme oder eine speziell ausgebildete Still- und Laktationsberaterin in Deiner Nähe. Hier findest Du über die Postleitzahlensuche eine Still-und Laktationsberaterin:

www.bdl-stillen.de

www.lalecheliga.de

www.still-lexikon.de

Je nachdem, wann Du dann eine Beratung in Anspruch nimmst, kann der weitere Weg sehr steinig, aber nicht aussichtslos sein. Gib nicht zu schnell auf!

Bist Du eine schlechte Mutter, weil Du Dich gegen das Stillen entschieden hast?

Nicht jede junge Mutter die zeitlichen, energetischen Rahmenbedingungen, alle notwendigen Maßnahmen konsequent durchführen zu können. Wenn es dann zu anhaltenden Erschöpfungszuständen führt, eine deutliche Überlastung erkennbar ist, die sich nicht beheben lässt, dann ist diese Situation auch für das Baby nicht sinnvoll. Jede Mutter, die Beratung in Anspruch nimmt, ist eine verantwortungsvolle Mutter, die ihr Baby liebt und das Beste für ihr Baby will und unabhängig vom Stillen an der Brust, der Muttermilchernährung per Flasche, der Zwiemilch-Ernährung oder auch der Entscheidung, abzustillen, bist Du die perfekte Mama für Dein Baby!

Wichtige Informationen für Dich und Dein Baby, wenn Du nicht stillst:

  • Lass Dich zur Flaschenfütterung durch Deine Hebamme oder Stillberaterin anleiten und informieren! Füttere Dein Baby im Haut-, Körper- und Blickkontakt, wechsle während einer Mahlzeit, ähnlich wie beim Stillen, auch die Seite, um die Augen-Hand-Koordination Deines Babys zu fördern.Berühre mit Deinem Finger oder dem Sauger die Lippen Deines Babys und warte auf die Mundöffnung. So vermeidest Du ein "Hineinschieben" des Saugers gegen den Willen Deines Kindes.Dein Baby muss nicht immer die gleichen Mengen trinken und darf auch Pausen einlegen. Auch sind feste Fütterzeiten nicht sinnvoll, da ein Baby erst viel später beginnt, Rhythmen zu entwickeln. Achte auf frühe Hungerzeichen, wie das Lecken der Lippen, Drehen des Köpfchens und feste Fäustchen. Lass Dein Baby nicht schreien!
  • Trage Dein Baby häufig in einem Tuch o.ä. nah bei Dir!
  • Kuschel täglich im Haut-zu-Hautkontakt mit Deinem Baby!
  • Achte auf einen umsichtigen Umgang mit dem Beruhigungssauger! Wenn Dein Baby ein Saugbedürfnis nach oder zwischen der Fütterung aufweist, dann braucht es das Saugen zum Beruhigen oder Einschlafen und dazu solltest Du es in Deinen Arm nehmen und ganz nah bei Dir tragen.
  • Lass Dein Baby in Deiner Nähe schlafen!

Mein Fazit für Dich

Das Stillen eines Babys an der mütterlichen Brust stellt die natürlichste und somit uch die gesündeste Form der Säuglingsernährung dar. Du und Dein Baby solltet alle Unterstützung erhalten, um diesen Weg gehen zu können!

Wenn Du Dich aus Deinen individuellen Gründen heraus gegen das Stillen entscheidest, dann hast Du als die Mama Deines Babys diese Entscheidung gut informiert und nicht leichtfertig getroffen. Niemand hat das Recht, Deinen Weg zu bewerten! Verwöhne Dein Baby mit Deiner Zuwendung, Deiner Zärtlichkeit und Liebe, kuschele viel und Du wirst Dich auch emotional mit Deinem kleinen Schatz eng verbunden fühlen. Das unterstützt einen sehr innigen Kontakt zwischen Euch und fördert das Vertrauen. Stille diese lebenswichtigen Bedürfnisse Deines kleinen Babys nicht mit „künstlichen Ersatz-Erfindungen“, denn DICH kann niemand ersetzen!

Genieße diese Zeit!

Deine Nancy

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