Die Wahl des Kinderarztes

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In den Stillgruppentreffen, die ich vor einigen Jahren regelmäßig leiten durfte, wurde das Thema „Kinderarzt“ häufig diskutiert:

Einige Mütter waren unzufrieden mit dogmatischen Ansichten bezüglich des Stillens und der Beikost und sie fühlten sich zum Impfen nur unzureichend informiert. Einige Mütter berichteten von weiten Wegen, die sie zurücklegten, da ihnen Naturheilverfahren, Homöopathie wichtig waren.

Im Laufe der Jahre veränderte sich die Situation. Plötzlich hörte ich von allen Seiten, dass die Kinderärzte keine neuen kleinen Patienten mehr aufnehmen, da die Praxen überlastet sind. Zahlreiche junge Eltern gerieten in Panik, da sie keine Praxis für die U 3 finden konnten. Kriterien, wie Wohlfühlen, Naturheilkunde spielten plötzlich keine Rolle mehr.

Diese Situation hat sich weiterhin verschärft und der Bundesverband der Kinderärzte warnt vor weiteren Problemen.

Die Bedarfsplanung der KV-Sitze ist den steigenden Geburtenzahlen bisher nicht angepasst worden.
Auch wenn die Situation aktuell nicht viele Wahlmöglichkeiten bietet, möchte ich Euch einige wichtige Punkte nennen, die Euch eine Hilfestellung sein können.
Am besten fragt Ihr in den letzten sechs Wochen vor der Geburt in den Praxen nach Kapazitäten. Erkundigt Euch nach der Vorlaufzeit der Terminierung von Vorsorgeuntersuchungen. Ich kann Euch empfehlen, die Praxen auch mal persönlich zu besuchen, um einen Eindruck zu bekommen.

Gibt es kindgerechte Spielmöglichkeiten für wartende Kinder?
Werden die Eltern ernst genommen?
Ist der Empfang warm und freundlich?
Ist der Kinderarzt/ die Kinderärztin ein Unterstützer des Stillens oder eher ein Kritiker?

Fragt auch gezielt nach der Koordination der Vorsorgeuntersuchungen. Viele Kinderarztpraxen richten explizit Sprechstunden dafür ein, um die Babys und gesunden Kinder nicht gemeinsam im Wartezimmer mit den kranken Kindern unterzubringen. Es gibt auch Praxen mit separaten Räumlichkeiten, die dafür genutzt werden.

Lasst auch Euer Bauchgefühl mitentscheiden!

Wenn Ihr Euch in der Gegenwart des Kinderarztes/ der Kinderärztin nicht wohlfühlt, dann sucht Euch eine Alternative. Ihr werdet bis zu 18 Jahre mit dem gewählten Kinderarzt Kontakt haben und das braucht eine angenehme, vertrauensvolle Atmosphäre. Überlegt Euch im Vorfeld, ob Euch Homöopathie, Naturheilkunde, ganzheitliche Medizin oder die klassische Schulmedizin wichtig sind.

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Viele junge Eltern wählen den Kinderarzt nach der Entfernung zum Wohnort aus. Auch das kann ein wichtiges Kriterium im Krankheitsfall sein, aber es sollte nicht das Alleinige sein. Fragt im Bekannten– und Familienkreis nach Erfahrungen und Empfehlungen. Auch Hebammen können Euch hier beratend zur Seite stehen.
Einige Kinderärzte arbeiten mit guten Netzwerken zusammen, wie zum Beispiel Hebammen, Osteopathen, Stillberaterinnen, Erziehungsberatungsstellen uvm. und dies steht für eine hohe Kompetenz des Kinderarztes.

Ich wünsche Euch viel Erfolg bei Eurer Suche und eine kuschelige Zeit,

Eure Nancy Wunger.

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