Die vaginale pH-Wert-Selbstmessung

Selbstvorsorge in der Schwangerschaft

Der PH-Wert kann auch selbst gemessen werden © underdogstudios / Fotolia.com

Die vaginale pH-Wert-Selbstmessung ermöglicht eine frühestmögliche Erkennung von Scheiden- und bakteriellen Infektionen. Um aufsteigende Infektionen rechtzeitig zu lokalisieren, ist eine pH-Selbstmessung der Scheidenflora empfehlenswert. Dies kann eine Frau selbst an sich vornehmen. Im Handel (z.B. in Drogeriemärkten, Apotheken oder online) gibt es zahlreiche Anbieter für solche Tests

Der pH-Wert in der Scheide unterliegt vielen hormonellen Schwankungen. Mögliche Auslöser für eine Veränderung des vaginalen pH-Wertes sind:

Ein physiologischer bzw. normaler vaginaler pH-Wert (pH 3,8 - 4,4) sorgt für eine intakte Scheidenflora.

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Generell herrscht in der Scheide eine hohe Konzentration von Milchsäurebakterien (Laktobazillen), die ein saures Scheidenmilieu herstellen und dadurch die Vermehrung schädlicher Bakterien und Erregern verhindern.

Wird die Zahl der Milchsäure verringert und damit deren Schutzfunktion geschwächt, kommt es in der Schwangerschaft zu einem Anstieg des vaginalen pH-Wertes über 4,4 (hoher Scheiden-pH-Wert = niedriger Säuregehalt, hohes Infektionsrisiko).Ein erhöhter pH-Wert (> 4,5) ist zunächst ein Hinweis auf ein gestörtes Gleichgewicht der Scheidenflora und erhöht das Risiko vor Scheideninfektionen.

Das Risiko einer massiven Vermehrung krankheitsbedingter Bakterien steigt an. Gelangen diese Bakterien bis in die Gebärmutter, kann es zu vorzeitigen Wehen, Blasensprung und sogar zu einer Frühgeburt kommen. Wird aber die aufsteigende Infektion rechtzeitig erkannt und ihre Ursache behandelt, sinkt das Risiko einer Frühgeburt.

Eine Selbstmessung des pH-Wertes ist eine zuverlässige, hygienische und schmerzfreie Methode zur Bestimmung des vaginalen pH-Wertes. Die Messung ist vor allem dann zu empfehlen, wenn Sie bereits in der letzten Schwangerschaft unter (wiederkehrenden) Scheideninfektionen, bakterieller Vaginose gelitten haben oder sogar eine Frühgeburt/Risikogeburt hatten.

In der Schwangerschaft wird empfohlen, ein- bis zweimal wöchentlich eine Selbstmessung des Scheiden-pH-Wertes durchzuführen, um mögliche Infektionen rechtzeitig zu erkennen.

Der Teststreifen wird ca. 3 cm tief in die Scheide eingeführt und kommt so mit der Scheidenflüssigkeit in Berührung und verfärbt sich. Die Farbe des Teststreifens kann danach mit der abgebildeten Farbskala verglichen werden. 

Der pH-Wert ist normal/gesund, wenn er dem gelben Farbton der pH-Werte 4,0 oder 4,4 entspricht. Bei einer Erhöhung der Werte über 4,6 oder mehr liegen die pH-Werte außerhalb des gesunden/normalen Bereichs. Die Farbe des Teststreifens ist dunkler und geht in einen braun-grünen Farbton über. In diesem Fall sollte die Schwangere ihren Frauenarzt aufsuchen.

Intimpflege mit pH-Balance

20-30% aller Frauen in den gynäkologischen Sprechstunden leiden unter Scheideninfektionen mit unterschiedlichen Beschwerden wie Juckreiz, Brennen, vermehrtem Ausfluss, trockener Scheide, unangenehmem Fisch-Geruch.

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Quellen:
Huch, Renate (2015): Ich bin schwanger: Woche für Woche rundum gut beraten. Georg Thieme Verlag.

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