Babyhaut nach dem Baden sanft pflegen

Was gibt es bei der Auswahl von Pflegeprodukten zu beachten?

Babyhaut ist drei- bis fünfmal dünner als die Haut eines Erwachsenen © davizro photography - Fotolia.com

Die zarte Babyhaut

Viele Inhaltsstoffe in Pflegeprodukten für Babys können die empfindliche Haut eines Neugeborenen reizen oder austrocken, so auch Wasch- und Pflegemittel. Aus diesem Grund gibt es im Handel spezielle Baby-Produkte.

Babyhaut unterscheidet sich in ihrem Aufbau und ihren Stoffwechselfunktionen deutlich von der Haut eines Erwachsenen. Aus diesem Grund benötigt die Babyhaut eine andere bzw. spezielle Reinigung und Pflege. Bei Neugeborenen sind Schweiß- und Talgdrüsen noch nicht voll ausgebildet, sie verschmutzen oft noch nicht so schnell.

Die zarte Haut eines Babys ist etwa drei- bis fünfmal dünner als die Haut eines Erwachsenen. Außerdem ist die Haut eine natürliche und noch nicht stabile Barriere zwischen den Hautzellen, die sich aus Hornfetten (Lipiden) und Hautschweiß zusammensetzt.

Babyhaut verfügt auch noch nicht über das wärmeisolierende Unterhautfettgewebe. Aus diesem Grund ist die Haut durchlässiger, dünner und verliert schneller Feuchtigkeit und Wärme. Babyhaut ist somit auch anfälliger gegenüber Austrocken und Erregern, die leichter eindringen können.

Unverträgliche Inhaltsstoffe

Wenn Ihr Kind Unterverträglichkeitsreaktionen auf Pflegetücher zeigt, können Sie das an folgenden Anzeichen erkennen: Veränderung der Haut nach Verwendung des Produkts, Juckreiz oder Entzündungen  bzw. Rötungen. Diese Reaktionen können von verschiedenen kosmetischen Produkten ausgelöst werden. Alle chemischen und natürlichen Inhaltsstoffe können Unverträglichkeiten verursachen.

Bei der Auswahl von Pflegeprodukten für Babyhaut sollten Sie auf allergiefreie Pflegemittel ohne Farb- und Konservierungsstoffe, ätherische Öle, Parfüms, Aromen und sonstige hautunverträgliche Inhaltsstoffe achten.

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Baden: wie häufig?

Alle Neugeborenen dürfen von Anfang an täglich gebadet werden, unabhängig davon, ob der Nabelschnurresst schon abgefallen ist oder nicht. Gesicht, Hände, Hals, Achselhöhlen und Po sollten auch täglich sanft gewaschen, gereinigt und abgetrocknet werden.

Bei Händen und Gesicht ist sicher immer mal wieder eine „Katzenwäsche“ gefragt. Hier versammelt sich auch Schmutz. Deswegen werden sie besser mit feuchten Waschlappen oder speziellen Feuchttüchern gereinigt.

Wenn das Baby das Baden genießt und liebt, darf dieses Baderitual öfter vorkommen, aber mit milden Badezusatzstoffen. Es empfiehlt sich auf folgende Inhaltsstoffe in den Badezusätzen zu verzichten: Sodium Lauryl Sulfate und Sodium/Potassium -Stearate, -Tallowate, -Cocoate etc. (Vgl. Elsässer 2008).

Diese Substanzen sind reizend und können zu Hautirritationen führen. Gut sind Seifen, die einen hautfreundlichen pH-Wert aufweisen. Lassen Sie sich beim Kauf von Pflegeprodukten für Babys nicht von Aufdrucken wie „besonders mild“, „sanft zur Babyhaut“, etc. täuschen, sondern schauen Sie genau, welche Inhaltstoffe im Produkt enthalten sind.

Temperatur im Bad und des Wassers

Bevor Sie mit dem Baden anfangen, sollten Sie für eine geeignete Raumtemperatur im Bad ab 22 Grad sorgen.
 
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Im Unterschied dazu sollte die Temperatur im Kinderzimmer nicht höher als 18 Grad sein. Passen Sie auf, dass Ihr Baby nicht an heißes Wasser gerät. Lassen Sie aus Sicherheitsgründen immer zuerst das kalte und dann das warme Wasser einfließen.
Mischen Sie es gut. Prüfen Sie dann die Wassertemperatur mit der Innenseite des Handgelenks, dem Ellenbogen oder verwenden Sie ein Thermometer: Zwischen 36,5 – 37 Grad ist die Temperatur ideal.
Die Wassertemperatur sollte ca. 36,5 - 37 Grad sein © lamma - Fotolia.com

Geben Sie kein heißes Wasser dazu, wenn Ihr Baby in der Wanne sitzt.

Wenn Sie Ihr Kind in der großen Wanne baden, legen Sie eine Gummimatte hinein, um die Rutschgefahr zu verringern.

Für ein Babybad reichen 10 cm Wasser. Falls es an der Tür läutet oder Ihr Handy klingelt, nehmen Sie das Kind eingewickelt in ein Tuch mit. Lassen Sie Ihr Kind niemals allein in der Badewanne. Kleine Babys können bereits in einer kleinen Menge Wasser ertrinken.

Babyhautpflege nach dem Baden

Wichtig dabei ist, dass die Haut nach dem Baden und Waschen sanft, aber gründlich abgetrocknet und eingecremt wird. Cremen Sie die weiche und zarte Babyhaut nicht zu dick ein. Ist die Fettschicht auf der Haut zu dick, werden die Poren verstopft.

Es ist ratsam, die Babyhaut nach dem Baden mit einer W/O oder O/W-Creme einzucremen. Sie können auch fette Öle wie Mandelöl, Jojobaöl, Weizenkeimöl oder Olivenöl zum Massieren verwenden, da sie die Haut geschmeidig halten und mit Feuchtigkeit versorgen.

Vorsichtig mit Vaseline: Reine Paraffine wie Vaseline sollten nur im Windelbereich verwendet werden, da sich Paraffine wie ein Kleber auf die Haut legen und zu einer Abdichtung der Haut führen. Man spricht hier vom sogenannten Okklusiveffekt (Abdichtungseffekt). Wenn dieser Effekt auftritt, kann hauteigene Feuchtigkeit nicht mehr entweichen und staut sich auf. Auf diese Weise entstehen eventuell Pickel auf dem Babypo.

Vorsichtig beim Eincremen mit Vaseline im Windelbereich! 

Sinnvolle Wirkstoffe in der Babypflege

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Mandelöl eignet sich sehr gut zur Massage der Babyhaut © Floydine - Fotolia.com
  • Allantoin (wird in der Kosmetik in Hautcremes, Duschgels, Sonnenschutzmitteln, Rasierwässern sowie in Zahncreme gegen übermäßige Schweißabsonderung und Hautirritationen eingesetzt)
  • Bisabolol (ein entzündungshemmende Hauptwirkstoff des Kamillenöls)
  • Panthenol (fördert die Feuchtigkeit und Regeneration der Haut und verbessert ihre Elastizität)
  • Sheabutter (enthält außer Allantoin zusätzlich Karotin und Vitamin E)
  • Kamille und Ringelblumen: Diese können eventuell allergen wirken.

Diese Substanzen wirken eher hautberuhigend und –schützend und sind damit gut geeignet zur Beruhigung entzündeter und gereizter Haut.

Feuchtigkeitsspendende Substanzen in den Pflegeprodukten für Babys:

Beliebte Wirkstoffe, die der Haut Feuchtigkeit spenden sind:

  • Glycerin
  • Sorbitol
  • Eiweißhydrolysate

Viele Ärzte empfehlen auf Harnstoff zu verzichten, da er zu einem Brennen führt und die empfindliche Babyhaut reizen kann.

Links, die Sie interessieren könnten:

Quellen:
Anastolsky, Georgius (2014): Mein Baby schreit zu viel: Tipps für geruhsame Stunden
Bonus (2004): Ratgeber für Babys erstes Jahr.
Ellsässer, Sabine (2008): Körperpflegekunde Und Kosmetik Ein Lehrbuch für Die PTA-Ausbildung und die Beratung in der Apothekenpraxis
Heinrich Nolte, Stephan & Nolden, Annette (): Das große Buch für Babys erstes Jahr: Das Standardwerk für die ersten 12 Monate
Deutsche Haut- und Allergiehilfe e.V. Babyhautpflege. http://www.dha-hautpflege.de/babypflege.html

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