Auswirkungen von Alkohol-, Koffein- und Nikotinkonsum in der Stillzeit

Während der Stillzeit ist es daher empfehlenswert, auf Alkohol, Rauchen und Koffein zu verzichten, denn die haben keine positive Wirkung auf die Gesundheit Ihres Kindes © Dmitry Naumov - Fotolia.com

Wenn man Alkohol in der Stillzeit konsumiert, sollte man bedenken, dass dann auch Muttermilch Alkohol enthält. Die Konzentration in der Muttermilch entspricht etwa dem Blutalkoholspiegel.

Während der Stillzeit ist es daher empfehlenswert, auf Alkohol zu verzichten, denn er geht auch in die Milch über und hat keine positive Wirkung auf die Gesundheit Ihres Kindes.

1. Rauchen und Nikotinkonsum

Viele wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass auch Rauchen während der Stillzeit einen negativen Einfluss auf die Stillpsychologie, die Zusammensetzung der Muttermilch und auf die Gesundheit des Babys haben kann.

Die Gesundheitsrisiken für den Säugling einer rauchenden Mutter bestehen hier zum Beispiel in einem verminderten Milchangebot und in einem verfrühten Abstillen.

Raucht die Mutter während der Stillzeit, so wird das Kind zusätzlich mit fettlöslichen Tabakinhaltsstoffen belastet, da diese in die Muttermilch übertragen werden. Die aufgenommene Nikotinmenge ist von der Anzahl der vor dem Stillen gerauchten Zigaretten abhängig. Nikotin hat in der Milch etwa eine Halbwertszeit von 1,5 Stunden.

Als Folgen der Nikotinaufnahme mit der Muttermilch treten beim Baby Unruhe, Übelkeit, Erbrechen, Koliken, geringes Saugvermögen und Bauchkrämpfe auf. Es treten auch häufiger Atemwegserkrankungen auf.

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2. Alkohol

Alkohol geht wie oben erwähnt, direkt in die Muttermilch über. Die höchste Konzentration wird 30-60 Minuten nach Einnahme des Alkohols in der Muttermilch erreicht. Auswirkungen bei der Mutter sind das Absinken des Prolaktin- und Oxytocinspiegels, dadurch wird weniger Milch produziert und der Milchfluss verringert sich.

Die Alkoholkonzentration kann den Geschmack der Muttermilch verändern und zu Trinkschwierigkeiten beim Kind führen. Beim Baby verlangsamen sich Such-, Saug- und Schluckreflexe und es kann nicht effektiv an der Brust trinken.

Der Alkoholgeschmack bewirkt beim Baby, dass dieses zu Beginn der Stillmahlzeit rasch, aber weniger trinkt. Danach schläft das Kind zwar schneller ein, hat aber insgesamt eine verkürzte Schlafdauer. Infolgedessen kommt es zu einer verminderten Gewichtszunahme und gestörten motorischen Entwicklung.

Der Schlaf-Wach-Rhythmus und die gesundheitliche Entwicklung des Kindes werden auch negativ vom Alkohol beeinflusst.

Regelmäßiger, massiver Alkoholgenuss stellt ein toxisches Risiko für den Säugling dar, gleichzeitig ist aber auch mit einer Laktationshemmung zu rechnen. Alkohol in größeren Mengen kann den Milchspendereflex hemmen, indem die Milchproduktion/Milchbildung gestört wird.

 

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3. Koffein

Die Wirkstoffe von Kaffee, Tee, grünem Tee und Coca Cola gehen ebenfalls in die Muttermilch über. Diese Getränke sollten lieber nach dem Stillen konsumiert werden.

Koffein und Teein können ebenso wie Rauchen und Alkohol den Milchspendereflex verzögern oder verhindern. Da Koffein und Teein vom Baby langsamer abgebaut werden als von der Mutter, ist auf eine möglichst lange Zeit zwischen der Aufnahme und der nächsten Stillmahlzeit zu achten.

Koffeinhaltige Quellen sind Kaffee, Tee, Kakao, Eistee, Cola, Energydrinks sowie Medikamente mit einem Koffeinanteil. Jede Frau reagiert mehr oder weniger empfindlich auf die Koffeinaufnahme.

Wie viel Kaffee ist in der Schwangerschaft erlaubt? Eine Tasse Filterkaffee (125 ml) enthält 80 bis 120 mg Koffein, 2 bis 3 Tassen davon pro Tag werden nach derzeitigem Kenntnisstand als unproblematisch angesehen

Werden mehr als 2-3 Tassen Kaffee (300 - 450 ml) getrunken, kann sich das Koffein auf den  Körper des Babys übertragen. Die Babys haben dann weit geöffnete Augen und sind lebhaft und munter, was sich bis zu Unruhe und Schlaflosigkeit steigern kann. 

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Quellen:
Mattern, Elke & Schweer, Angela (2011): Schwangerschaft, Geburt & Stillzeit: Die besten Tipps der Hebammen. Humboldt Verlag.
Scherbaum, Veronika (2004): Stillen: frühkindliche Ernährung und reproduktive Gesundheit

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